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21.08.2017

GRÜNE: E-Bustickets nicht mit „Eincheck-Zwang“ verbinden

Für das Image des ÖPNV in Aachen ist ein kontrollierter Einstieg, verknüpft mit dem E-Ticket, das falsche Signal. Damit baut die ASEAG aus Abo-Kundensicht neue Hürden ein.

ASEAG plant Kontrolle durch „Validator“ im Bus. Abokunden verlieren dadurch Komfort, Zeitverzögerungen und Unmut sind vorprogrammiert.

In der letzten Woche ging es durch die Aachener Presse: Das E-Ticket in ASEAG und AVV kommt. Die neuen „School and Fun“-Tickets werden bereits als Chipkarte ausgeliefert, die Umstellung anderer Abotickets erfolgt bis Dezember. Grundsätzlich eine gute Sache, denn so wird es einfacher, z.B. andere Mobilitäts-Angebote wie Carsharing oder Leihfahrradsysteme mit der Bus-Abokarte zu verknüpfen.

Doch die Planungen der ASEAG, ab Januar Lesegeräte an den hinteren Bus-Einstiegen zu installieren, an denen sich jeder Abo-Kunde mit der Chipkarte  „einchecken“ muss, halten die Aachener GRÜNEN für eine denkbar schlechte Idee:

ÖPNV: Je unkomplizierter, desto besser
„Der ÖPNV muss unkompliziert und für alle einfach nutzbar sein, sonst wird er nicht angenommen. Seit Jahren hat sich in Aachen die Praxis bewährt, auf den kontrollierten Einstieg zu verzichten, d.h.: An den Bushaltestellen werden alle Türen geöffnet, damit die Fahrgäste überall ein- und aussteigen können“, kritisiert Ulla Griepentrog, Fraktionssprecherin der Aachener GRÜNEN, die neuen Pläne. Abzusehen sei, dass der kontrollierte Einstieg Unmut bringen werde und durch das Einchecken an den hinteren Einstiegen mehr Zeitverzögerung und Verspätungen der Busse entstünden als bisher.

Falsches Signal an Abo-Kund*innen
„Die Verknüpfung des E-Ticketings mit der Einführung des kontrollierten Einstiegs ist technisch überhaupt nicht notwendig. Für das Image des ÖPNV ist es das falsche Signal – niemand versteht, warum die ASEAG gerade jetzt neue Schikanen für die vielen Zeitkartenkunden einbaut. Als Abokundin genieße ich doch bisher den Komfort, einfach einzusteigen. Bei der Bahn beispielsweise ändert sich durch die Einführung des  E-Tickets auch nichts“, so Griepentrog weiter.

Die Forderung der Aachener GRÜNEN ist demnach auch, auf das „Zwangseinchecken“ zu verzichten und den Kunden freizustellen, an welcher Tür sie ein- und aussteigen. Die ASEAG selbst begründet den Schritt übrigens mit hohen Schwarzfahrerquoten, einer besseren „Fahrgeldsicherung“ und will das Signal aussenden, dass ab sofort wieder verstärkt kontrolliert wird. „Wenn die ASEAG der Meinung ist, dass es zu viele Schwarzfahrer gibt, dann soll sie mehr personelle Kontrollen durchführen.“

Grundlose Speicherung von Kundendaten
Übrigens: Beim Einchecken am Leseterminal werden die letzten zehn Fahrten auf der Karte gespeichert. „Auch da fragt man sich: Warum? Es gibt keine guten Gründe, warum ein Verkehrsbetrieb bei Zeitkartenkunden Fahrtprofile speichert.“ Abschließend plädiert Ulla Griepentrog dafür, innerhalb des Stadtgebiets Aachen keinen kontrollierten Einstieg zu erzwingen, sondern dies als reinen „Service“ für die Fahrgäste anzubieten, damit sie überprüfen können, ob ihr Ticket gültig ist.

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