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13.07.2017

Parkhaus Blondelstraße: Mehr e-Mobilität und Fahrräder

GRÜNER Ratsantrag fordert, APAG-Parkhäuser zu öffnen: Für mehr e-Mobilität, Langzeitmieter und Fahrräder. Fahrradparken künftig immer mitdenken. Sicheres Parken von hochwertigen Fahrrädern im Stadtzentrum ermöglichen.

Dass ein städtisches Parkhaus nicht nur für Autos da sein muss, das bringen die Aachener GRÜNEN nun in die Diskussion ein. „Laut Gesellschaftervertrag der APAG (Aachener Parkhaus GmbH) sind die Parkhäuser ganz allgemein für Fahrzeuge da. Im Klartext:  Es ist durchaus denkbar – und aus meiner Sicht wünschenswert – dass sich die APAG auch um das sichere Parken zum Beispiel von hochwertigen Pedelecs kümmert“, sagt der GRÜNE Ratsherr Achim Ferrari, seines Zeichens Vorsitzender des APAG-Aufsichtsrats und des städtischen Mobilitätsausschusses in Personalunion.

Henne-Ei-Problem: Infrastruktur ausbauen

„Wir bauen Radvorrangrouten und Radschnellwege, damit auch aus dem Umland mehr Menschen bequemer und schneller mit dem Fahrrad in die Stadt kommen. Die wollen aber dann ihr – mitunter teures elektrisches – Fahrrad sicher und trocken unterstellen. Deshalb wollen wir in den städtischen Parkhäusern Optionen für hochwertiges Fahrradparken schaffen“, begründet Wilfried Fischer, mobilitätspolitischer Sprecher der GRÜNEN, den Ratsantrag. „Beginnen könnte man mit dem zentralen Parkhaus in der Blondelstraße. Solche hochwertigen Fahrradstellplätze können abschließbare Boxen sein, aber es gibt auch eine Menge anderer Möglichkeiten. Natürlich wird das den Kunden etwas kosten, aber: Wer für mehrere Stunden in die Stadt kommt, um Besorgungen zu machen, Veranstaltungen zu besuchen oder auch mit dem Rad zur Arbeit in die City pendelt, der wird auch bereit sein, etwas Geld in einen solchen sicheren Stellplatz zu investieren. Das wäre dann für viele eine echte Alternative, anstatt sich zur „rush hour“ mit dem Pkw in die Stadt schlängeln zu müssen.“

Umweltfreundliches Parken bevorzugen

Darüber hinaus sollen Elektroautos und Dauermieter (z.B. Anwohner oder benachbarte Hotels) bevorzugt werden. „Wir wollen zugunsten umwelt- und anwohnerfreundlicher Mobilität in diesem Parkhaus mit seinen knapp 200 Stellplätzen Kurzzeitparker mit Verbrennungsmotoren nicht mehr zulassen. Die finden aber in umliegenden Parkhäusern wie am Bushof, am Aquis Plaza oder am Adalbertsteinweg ausreichend Ausweichmöglichkeiten. Ich kenne natürlich die Auslastung der städtischen Parkhäuser, dort gibt es überall freie Kapazitäten“, weiß Achim Ferrari.

Der Antrag fügt sich ein in die GRÜNE Strategie, den so genannten Umweltverbund aus Bus, Bahn, Rad- und Fußverkehr zu stärken. „Ähnlich wie am Büchel-Parkhaus, haben wir durch die Zu- und Abfahrten zum Parkhaus Blondelstraße einen innerstädtischen „Hotspot“, was die Luftbelastung angeht. Wenn wir nicht endlich aktiv etwas dagegen unternehmen, werden uns Maßnahmen von außen aufgezwungen werden. Das kann doch niemand wollen“, meint Wilfried Fischer.

Gesamtes Areal um Bushof mitdenken

Einen letzten wichtigen Aspekt ergänzt Michael Rau, planungspolitischer Sprecher der GRÜNEN:

„Das ganze Areal um den angrenzenden Bushof und die Peterstraße ist in der städtebaulichen Neu- und Umplanung. Vieles ist dabei zwar noch nicht konkret, aber was heute schon feststeht, ist: Die Haltestellen aus der offenen „Bushofhalle“ werden dort auf jeden Fall wegkommen und müssen nach außen verlagert werden. Das heißt, auch an der Blondelstraße werden zusätzliche Bushaltestellen eingerichtet werden. Dort werden sich in Zukunft noch mehr Bussen mit Pkw kreuzen.“

Die heute schon sehr starke Verkehrsbelastung an der sehr engen Straße würde gerade an belebten Wochenenden heute schon zu einem Verstopfungsfaktor, der auch den gesamten Kreuzungsbereich an der Peterstraße bis hoch zur Kurhausstraße beträfe. „Wir müssen also hier auch städteplanerisch vorausschauend denken. Wir müssen die Frequenzen der An- und Abfahrten des Parkhauses runter bekommen – das ist auch wichtig für die angrenzenden Fußgängerzonen!“

„Die Öffnung der Parkhäuser für Fahrräder, für Elektromobilität und Langzeitmieter wäre eine weitsichtige Verkehrslenkungsmaßnahme, die – konsequent weiter gedacht – viel Gutes für Umwelt und Klima bewirken kann. Eine echte Win-Win-Maßnahme für alle Beteiligten“, resümiert Wilfried Fischer.

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