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13.01.2015

Ausbildungsoffensive für junge Flüchtlinge in Aachen

Ratsantrag 01/15

Die Fraktion der GRÜNEN beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:

Der Rat der Stadt Aachen beauftragt die Verwaltung, die Initiative für eine Ausbildungsoffensive für junge Flüchtlinge zu ergreifen. In Gesprächen mit der Verwaltung der Städteregion, der Industrie- und Handelskammer, der Arbeitsagentur, der Handwerkskammer, den Berufskollegs und den Hochschulen soll ein regionales Modellprojekt für junge Flüchtlinge gestartet werden, das sie in den Ausbildungsmarkt integriert und ihnen und den Ausbildungsbetrieben ein Bleiberecht für die Zeit ihrer Ausbildung garantiert.

Der Rat der Stadt fordert die Verwaltung in Stadt und Städteregion auf, die ihr zur Verfügung stehenden Ermessensspielräume im Einzelfall zu nutzen und von Abschiebungen von Flüchtlingen in Ausbildung abzusehen.

Der Rat der Stadt unterstützt in diesem Zusammenhang die Forderungen des Deutschen Industrie- und Handelstages und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks nach einem Bleiberecht für jugendliche Flüchtlinge in einer Berufsausbildung.

Der Rat der Stadt fordert die Bundes- und Landesregierungen auf, in einem 3 plus 2 Agreement Flüchtlingen und Ausbildungsbetrieben eine staatliche Zusicherung für ein Bleiberecht während der dreijährigen Ausbildung und für die ersten zwei Jahre danach zu geben.

Begründung

Die Rahmenbedingungen für junge Flüchtlinge haben sich durch die Änderungen im Ausländer-und Asylrecht geändert, so dass seit dem Januar 2015 eine Arbeitsaufnahme und eine Berufsausbildung erleichtert werden. Verbände und Kammern haben in den letzten Monaten immer wieder gefordert, dass ausbildungswillige Flüchtlinge in Deutschland bleiben dürfen. Tausende offene Lehrstellen ständen bei den Betrieben zur Verfügung.

Die IHK Schwaben hat ein Modellprojekt gestartet. 500 junge Flüchtlinge werden in Flüchtlingsklassen der Berufsschulen unterrichtet. Im zweiten Jahr werden dann passgenaue Praktikumsplätze in Ausbildungsbetrieben für sie gesucht, mit dem Ziel, dass sie im Anschluss eine Lehrstelle in den Betrieben erhalten.

Seit einigen Jahren leben viele junge Flüchtlinge und Asylbewerber in Aachen, die meisten kommen als unbegleitete Minderjährige aus vielen Krisen- und Kriegsgebieten der Welt. Die Stadt Aachen übernimmt in hohem Maße Verantwortung für die jungen Menschen und versucht ihnen, mit vielen Angeboten die Integration zu ermöglichen. Denn sie sind hochmotiviert, verfügen über vielfältige Kompetenzen und wünschen sich Sicherheit, eine gute Ausbildung und eine bessere Zukunft mit ihren Familien.


Ulla Griepentrog         Hilde Scheidt
Fraktionssprecherin   Bürgermeisterin

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