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15.02.2017

Biologische Vielfalt in Aachens Agrarlandschaft erhalten

GRÜNER Ratsantrag 1/2017 vom 6. Februar 2017

Die GRÜNE Fraktion im Rat der Stadt Aachen beantragt, in den zuständigen Gremien folgenden Beschluss zu fassen:

Die Verwaltung wird aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass nicht verpachtete, öffentliche Flächen in der Aachener Agrarlandschaft nicht unbefugt bewirtschaftet werden. Ziel ist es, öffentliche Flächen aus ökologischen Gründen als „Naturstreifen“ zu erhalten bzw. zurückzugewinnen.

Die Verwaltung wird beauftragt, die in Aachen tätigen Landwirte zeitnah aufzufordern, die Ausdehnung und den natürlichen Bewuchs von Säumen öffentlicher Wege, von Feldrainen und Ausgleichsflächen zu beachten (späte Mahd, kein Dünger, keine Biozide, keine Zerstörung der Vegetation). Die Einbindung der Landwirtschaftskammer ist erwünscht.

Begründung

Aufgrund wirtschaftlicher Sachzwänge werden die Agrarflächen in der Aachener Agrarlandschaft immer ausgedehnter und intensiver genutzt. Sie können ihre ökologischen Funktionen häufig nicht mehr erfüllen. In der Folge werden Feldwege mit ihren Seitenstreifen, Feldraine, Böschungen und Grabenbereiche umso bedeutendere Lebensräume für oftmals im Bestand gefährdete Pflanzen- und Tierarten. So stehen z.B. 65% der Feldvogelarten in NRW (2 von 3) auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten.

Um der allgemeinen und anhaltenden Erosion der Artenvielfalt in NRW zu begegnen, wurde vom Landtag eine „Biodiversitätsstrategie NRW“ beschlossen (11/2016), die unter anderem auch den „Schutz und (die) Wiederherstellung von naturnahen Strukturen in der Agrarlandschaft“ vorsieht. Nun gilt es, dies auf lokaler Ebene auch in Aachen umzusetzen.

Neben der Rückgewinnung von zurzeit landwirtschaftlich genutzten, aber öffentlichen Flächen ist die ökologisch korrekte Behandlung der o.g. Flächen von entscheidender Bedeutung, damit sich die dort lebenden Pflanzen- und Tierarten ernähren, reproduzieren und damit ausbreiten können. Nur eine möglichst späte Mahd, der unterlassene Eintrag von Dünger und Bioziden und – falls nötig – die Einbringung von standortgerechtem, heimischen Saatgut lassen „blühende Landschaften“ auch in Aachen erwarten.

Ulla Griepentrog                   Kaj Neumann                         Martin Knörzer
Fraktionssprecherin              umweltpolitischer Sprecher     sachkundiger Bürger

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