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15.02.2017

Einführung eines Mehrwegbechersystems für „Coffee to go“ in Aachen

GRÜNER Ratsantrag 2/17 vom 6. Februar 2017

Die Fraktion der GRÜNEN beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Einführung eines „Coffee-to-go“- Mehrwegbechersystems zu erarbeiten und potentielle Partner wie Bäckereien, Cafés, Mensen und Kantinen nach dem Vorbild des „Freiburg Cups“ mit einzubeziehen.

Begründung

Deutschlandweit nimmt der Verzehr von Kaffee oder anderen Getränken zum Mitnehmen zu. Derzeit sind es 320.000 Einwegbecher stündlich, die verbraucht werden. Pro Jahr macht dies eine Menge von fast drei Milliarden aus. Für die Herstellung werden zehntausende Tonnen Holz und Kunststoff sowie Milliarden Liter Wasser benötigt, der Energiebedarf für die Produktion entspricht dem einer Kleinstadt.

Der Ressourcenverbrauch zur Herstellung der Wegwerfbecher ist ein Problem, aber nach dem Verzehr gibt es weitere Probleme: Viele der Becher landen neben oder bestenfalls in öffentlichen Müllgefäßen und dies macht sich im Stadtbild und bei der Müllentsorgung bemerkbar.

Um das Müllaufkommen aus Einwegbechern zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und letztlich auch das Stadtbild zu verbessern, muss eine Alternative zum Wegwerfbecher angeboten werden.

Die Stadt Freiburg hat im vergangenen November eine solche Alternative entwickelt und zusammen mit ortsansässigen Cafés und Bäckereien umgesetzt. Die Zahl der beteiligten Betriebe ist seither von 16 auf 65 gestiegen. Die Erfahrungen der wenigen Monate sind sehr positiv.

Auch in Aachen könnte  den  Kunden die Alternative angeboten werden: Mehrweg oder Einweg beim Kaffeebecher? Das Angebot einiger Aachener Betriebe, den Kaffee in eigene, mitgebrachte Becher zu füllen, ersetzt nicht die Alternative der Wahl beim Einkauf.  So können auch Aachener Unternehmen und Verbraucher aktiv etwas zur Müllvermeidung beitragen und damit ihr Umweltbewusstsein zeigen.

Eine App mit den teilnehmenden Betrieben kann den Nutzern eine einfache Orientierung geben, wo kann ich Kaffee im Mehrwegbecher kaufen und wo den Becher wieder abgeben. Mit einem Netz an Partnern ist Mehrweg einfach umsetzbar.

Neben den ansässigen Cafés und Bäckereien können auch Mensen, Kantinen, Kliniken mögliche Partner sein. Die Mensa der RWTH bietet derzeit ein Mehrwegsystem, den MensaCup, an, welches sicherlich integriert werden kann in ein stadtweites Pfandsystem.

In Freiburg wird das Projekt getragen und organisiert vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft und Stadtreinigung. Die Stadt trägt die Kosten für die Becher und ersetzt den Betrieben auch defekte Becher. Die Einführung des Freiburg-Cups ist deutschlandweit in vielen Städten auf Interesse gestoßen, um das Problem der Wegwerfbecher einzudämmen.

Ulla Griepentrog                                                Hilde Scheidt
Fraktionsvorsitzende                                         Bürgermeisterin

» Zum Ratsantrag als PDF

Presseartikel zum Thema:

Freiburg startet Mehrwegsystem für Kaffeebecher (Badische Zeitung 21.11.16)

Nachschub geordert - Freiburg-Cups sind der Renner (Badische Zeitung 24.11.16)

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