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06.03.2018

Integration von Kreativräumen in die Stadtplanung

GRÜNER Ratsantrag 06/2018

Die Fraktion der GRÜNEN beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:

Die Verwaltung wird beauftragt, die Voraussetzungen zu schaffen, um die Sicherung und Integration von Raumbedarfen der Kultur sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft im Rahmen einer integrierten Stadtentwicklung voranzutreiben.
Dazu soll(en)

1.) eine Erfassung der derzeit genutzten Standorte und ihrer Entwicklungsperspektiven (Kataster Kultur- und Kreativwirtschaft) erfolgen,

2.) Handlungsempfehlungen und Instrumente entwickelt und dargestellt werden, wie die Bedarfe der Kultur- und Kreativwirtschaft im Rahmen einer integrierten Stadtentwicklung in städtebaulichen Planungen stärker berücksichtigt werden können und

3.) die Identifizierung potenzieller „Eroberungs- und Erprobungsräume“ für kreative Szenen in altindustriellen und in Umwandlung befindlichen Stadtlagen unterstützt sowie bereits vorhandene Räume der Kultur- und Kreativwirtschaft gesichert werden.


Begründung:

Aachen hat eine lebendige Kreativ- und Kulturszene, die sich durch Vielfalt, hohe Qualität sowie Engagement auszeichnet. Die Kultur- und Kreativwirtschaft trägt nicht nur zur Attraktivität der Stadt bei, sondern ist auch längst ein relevanter Wirtschaftsfaktor für Aachen, dessen Bedeutung zunimmt.

Ein ausreichendes nutzbares und bezahlbares Raumangebot ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft in der Stadt Platz findet und arbeiten kann. Allerdings nimmt der Nutzungsdruck auf die nur begrenzt verfügbaren Flächen (vor allem in Lagen mit Entwicklungspotenzial) zu. Kreativen Szenen droht so schleichende Verdrängung.

Aufgabe einer integrierten Stadtentwicklung ist es, kreative Räume nicht nur zu sichern, sondern neue Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Deshalb müssen im Sinne einer vielfältigen Stadt Räume für kreative Szenen auch bei der Entwicklung von Industrieanlagen, Fabrikbrachen oder etwa dem alten Ringlokschuppen am Rande des Campus West berücksichtigt werden. Die potenziellen Nutzergruppen sind ebenfalls vielfältig und kommen aus den Bereichen Design, Start up, Musik, Kunst, Theater oder sind selbst organisierte Interessensgruppen zu Themen wie Ernährung, Nachhaltigkeit, Fair Trade, Upcycling (Repair Cafés) oder technologischer Innovation.

Die Untersuchungs- und Handlungsempfehlungen dienen den städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen und den in Arbeit befindlichen Stadtentwicklungskonzepten.

Mit freundlichen Grüßen

Melanie Seufert                           Hermann Josef Pilgram
Fraktionsvorsitzende                    Ratsherr

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