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01.10.2015

„Netzwerk Wissen“

Ratsanträge 22-27/2015

Die Aachener Hochschulen sind – in der Wahrnehmung der Aachener und im Leben und Arbeiten von Hochschulangehörigen und Studierenden – Inseln in der Stadt. Die Initiative, das Marketing im Jahr 2016 auf das Thema Wissenschaft zu fokussieren, kann deshalb nur begrüßt werden. Doch ein „Jahr der Wissenschaft“ im nächsten Jahr kann nur der Anfang sein für einen verbesserten Dialog und eine institutionalisierte bessere Zusammenarbeit zwischen Stadt und Hochschule. Einer Wissenschaftsstadt muss es gelingen, das vorhandene Wissen mit den verschiedensten Bereichen der Stadtgesellschaft dauerhaft zu vernetzen. Anhand konkreter Projekte kann der gegenseitige Nutzen für Hochschulen und Stadt am ehesten sichtbar und dauerhaft erfahrbar werden. In diesem Sinne unterstützt die GRÜNE Fraktion die Initiative der Verwaltung.

Die GRÜNE Fraktion beantragt, die nachstehend formulierten Vorschläge in das zu erarbeitende Konzept aufzunehmen.

Ratsantrag 22/2015
„Reallabor“ Stadt – Forschung und Entwicklung aktiv unterstützen

Die Fraktion der GRÜNEN im Rat der Stadt Aachen beantragt, folgenden Beschluss zu fassen:
Die Stadt unterstützt Forschung und Entwicklung an den Hochschulen, indem sie im regelmäßigen Austausch über die Forschungs- und Entwicklungsprojekte informiert, eine aktive Partnerschaft sucht und pflegt und sich selbst als „Reallabor“ für geeignete Projekte anbietet.

Begründung

Die Stadt Aachen kann Versuchslabor für Realanwendung von Forschung und Entwicklung, Ort der Anwendung, Umsetzung und Erprobung der an den Hochschulen erarbeiteten Produkte sein.
An den Hochschulen der Region gibt es vielfältige F&E Projekte, die auch für Städte Relevanz entwickeln können. Beispiele sind Infrastrukturen für Energie, Kommunikation oder Mobilität, innovative Umwelttechnologien für Wasser, Abwasser, Luftqualität oder digitale Technologien für viele städtische Bereiche, Projekte aus den Sozialwissenschaften, der Stadtplanung und der Architektur.

Punktuell gibt es bereits Zusammenarbeit und Kooperationen. Das nutzbare Potenzial ist aber gerade bei innovativen Technologien sehr viel größer. Die Stadt kann von einer intensiveren und breiteren Zusammenarbeit mehrfach profitieren. Durch engere Beziehungen zwischen der Stadt und den Hochschulen wird die Forschung und Entwicklung an den Hochschulen konkreter in der Stadt erlebbar. Der Anspruch „Wissenschaftsstadt“ wird – auch und nicht zuletzt für die Aachener Bürgerinnen und Bürger – mit Inhalten gefüllt. Aachen kann so Vorreiter für Innovationen werden, die dann zu Recht ein Label wie „Made in Aachen“ oder „Developed in Aachen“ tragen können.

Die Zusammenarbeit sollte in geeigneter Weise regelmäßig dokumentiert und kommuniziert werden, beispielsweise über ein Webportal, regelmäßige Präsentationen etc.

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Ratsantrag 23/2015
Schaufenster für Forschung und Entwicklung entwickeln

Die Fraktion der GRÜNEN im Rat der Stadt Aachen beantragt, folgenden Beschluss zu fassen:
Die Verwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Hochschulen ein „Schaufenster“ für Forschungs- und Entwicklungsthemen aus den Aachener Hochschulen zu entwickeln. In diesem Schaufenster sollen aktuelle Ergebnisse der F&E an den Hochschulen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher der Stadt dargestellt werden. Das Schaufenster sollte sowohl real in einer zentralen Lokalität mit konkreten Ausstellungsstücken realisiert werden, als auch virtuell beispielsweise über eine Website erfahrbar sein. Das Schaufenster soll hier wie dort regelmäßig aktualisiert und beworben werden.

Begründung

Für viele Menschen in Aachen ist die Hochschule eine „Black Box“. Kaum jemand weiß, welche Leistungen dort erbracht werden und an welchen Themen dort geforscht wird. Erst recht gilt dies für Besucherinnen und Besucher. Mit einem „Schaufenster“ kann das Interesse für die Hochschulen geweckt werden und es kann der Information dienen. Darüber dient dieses Schaufenster auch dem Stadtmarketing.

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Ratsantrag 24/2015
Mit Newsletter „Wissenschaft, Forschung und Entwicklung“ für Hochschulen werben

Die Fraktion der GRÜNEN im Rat der Stadt Aachen beantragt, folgenden Beschluss zu fassen:
Die Verwaltung wird beauftragt, analog zu dem Veranstaltungskalender/Kulturnewsletter, der über kulturelle Angebote in der Stadt informiert, einen Newsletter „Wissenschaft, Forschung und Entwicklung“ auszuarbeiten und anzubieten. Dazu soll die Stadt mit den Hochschulen kooperieren.

Begründung

Das grundsätzliche Interesse an Wissenschaft und Forschung ist in der Bevölkerung durchaus vorhanden. Interessante Veranstaltungen und Vorträge, die Wissenschaft und Forschung zum Inhalt haben, werden aber vorwiegend nur an den Hochschulen kommuniziert. Mit einem Veranstaltungskalender/Newsletter können breitere Bevölkerungskreise für solche Veranstaltungen interessiert und gewonnen werden. Damit kann Aachen zeigen, das Wissenschaft und Forschung essentielle Elemente des städtischen Lebens sind.

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Ratsantrag 25/2015
„Semesterticket Kultur“ für Aachener Studierende einführen

Die Fraktion der GRÜNEN im Rat der Stadt Aachen beantragt, folgenden Beschluss zu fassen:
Die Verwaltung wird beauftragt, den ASten der Hochschulen in Aachen und in der Region das Angebot eines „Semesterticket Kultur“ zu unterbreiten und entsprechende Verhandlungen zu führen. Das Semesterticket Kultur soll den Studierenden einen kostenlosen oder erheblich ermäßigten Zugang zu den Angeboten der städtischen Kulturinstitutionen ermöglichen. Auch andere Anbieter von Kulturangeboten aus Stadt und Region sollen die Möglichkeit erhalten, sich zu beteiligen.

Das Semesterticket Kultur soll mit einer Informations- und Werbekampagne für die städtischen Kulturangebote verbunden werden, die sich an die Zielgruppe der Studierenden wendet.

Begründung

Das Kulturticket soll den Studierenden einen einfachen und kostengünstigen Zugang zu den Angeboten der städtischen Kulturinstitutionen ermöglichen, so dass der Anreiz steigt, auch spontan Kulturangebote wahrzunehmen. Städte wie Münster, Trier oder Göttingen haben bereits gute Erfahrungen mit einem Kulturticket für Studierende gemacht. Der Anteil der Studierenden als Teilnehmer an städtischen Kulturveranstaltungen ist signifikant gestiegen. Wenn die Einführung eines Semestertickets Kultur mit einer geringfügigen Erhöhung des Semesterbeitrags verbunden ist, können sogar Einnahmen generiert werden.

Für eine Pilotphase von zwei Jahren soll das Kulturticket den Studierenden kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, um vor der Entscheidung über eine endgültige Einführung des Tickets Erfahrungen mit dem Angebot sammeln zu können.

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Ratsantrag 26/2015
Aachener Hochschulen stärker touristisch vermarkten

Die Fraktion der GRÜNEN im Rat der Stadt Aachen beantragt, folgenden Beschluss zu fassen:
Der Rat der Stadt Aachen beauftragt die Verwaltung, mit dem aachen tourist service e.V., der Campus GmbH sowie den beiden Aachener Hochschulen ein Programmangebot für mehrsprachig geführte Touren und Rundgänge oder Rundfahrten über die drei Hochschulcampus und die Standorte der FH Aachen zu entwickeln und als touristisches Programmangebot für Gruppen schnellst möglich umzusetzen.

Begründung

Die Stadt Aachen entwickelt sich insbesondere durch die Realisierung der Cluster auf den Campus West und Melaten in verschiedenen Forschungsschwerpunkten zu einer der führenden Wissenschaftsstädte in Deutschland und Europa.

In keiner anderen deutschen Universitätsstadt wird derzeit ein ähnlich umfangreiches Forschungskonzept realisiert. Die Bautätigkeit auf dem Campus Melaten ist enorm und auch in seiner architektonischen Qualität beeindruckend. Die Forschungscluster arbeiten an zukunftsweisenden Themen, „Technology Made in Aachen“ ist weltweit ein Begriff.

Das Image unserer Stadt verändert sich rasant. Es ist eine Aufgabe des Stadtmarketings, diese Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem aachen tourist service e.V. und den Hochschulen nach innen und außen zu vermitteln und touristisch zu vermarkten. Dabei gilt es insbesondere, sich mit bestehenden Angeboten – etwa den geführten „Entdeckungstouren“ des Bürgerforums RWTHextern oder den vom Klinikum Aachen angebotenen Rundgänge – zu vernetzen, deren Angebote in das Programm der Aachener Stadtführungen aufzunehmen und Synergien mit Blick auf Personal und Know-how zu nutzen. Bereits bestehende Kooperationen zwischen Stadt und Hochschule wie etwa die Veranstaltungsreihe „Uni im Rathaus“ sollten weiterentwickelt und stärker bekannt gemacht werden.

Bisher enthält das Angebot des aachen tourist service e.V. wenig entsprechende  Angebote. Der Begriff „Hochschule“ kommt in vielen einschlägigen Informationsbroschüren für Touristen und Besucher so gut wie nicht vor. Dies ist angesichts der zahlreichen in Aachen stattfindenden Kongresse und der vielen tausend Fachbesucherinnen und -besucher allerdings unverzichtbar.

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Ratsantrag 27/2015
Treffpunkt Bildung schaffen

Die Fraktion der GRÜNEN im Rat der Stadt Aachen beantragt, folgenden Beschluss zu fassen:
Die Bildungs- und Kulturinstitutionen Stadtbibliothek und Volkshochschule sollen als elementare Bausteine der Wissenschaftsstadt Aachen entwickelt werden. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, dass eine bauliche und inhaltliche Neukonzeption der Institutionen am Standort Neuer Bushof unter dem Stichwort „Treffpunkt Bildung – Ort des Wissens und des lebenslangen Lernens“ mit einem breiten Spektrum an Dienstleistungen und einem reichen Schatz an Informations- und Bildungsangeboten beschreibt (s. auch Ratsantrag 13/2015 der Grünen im Rat).

Mit diesem Konzept soll das Profil von Stadtbibliothek und Volkshochschule als Elemente der Wissenschaftsstadt auch für die Zielgruppe der Studierenden geschärft und somit eine stärkere Kooperation mit den Hochschulen initiiert werden.

Begründung

Zu einer Wissenschaftsstadt wie Aachen gehören gerade auch Stadtbibliothek und Volkshochschule als Orte des Wissens und des lebenslangen Lernens für jede und jeden. Mit Stadtbibliothek und Volkshochschule gewinnt das Thema Wissenschaftsstadt auch für breite Bevölkerungsschichten konkrete Bedeutung und Nutzen. Die Orientierung hin zur Wissenschaftsstadt bietet eine Chance, diese Bildungs- und Kulturinstitutionen zu stärken und weiter zu profilieren.

Ulla Griepentrog           Michael Rau
Fraktionssprecherin      stv. Fraktionsvorsitzender

Hermann Josef Pilgram     Lisa Lang
Finanzpolitischer Sprecher  wissenschaftspolitische Sprecherin

» Ratsantrag Netzwerk Wissen (PDF)

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