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11.04.2016

Smart City Aachen

Ratsantrag Nr. 9/2016

Die Fraktion der GRÜNEN beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:

Die Verwaltung wird beauftragt, Eckpunkte für eine "Smart-City-Charta“ für Aachen zu entwickeln. Diese Eckpunkte sollen als Rahmen für eine qualifizierte Konzeptentwicklung und Umsetzung einer Smart City Aachen dienen. An der Entwicklung dieser Charta soll die Politik beteiligt werden. Außerdem sollen städtische Unternehmen, Hochschulen, Wirtschaftsverbände und Vertreter aus der Bürgerschaft mit Affinität zu den Themen einer Smart City zur Mitwirkung eingeladen werden. Um schnell auch konkret werden zu können, sollen in einem ersten Schritt schnell umzusetzende Smart City Bausteine identifiziert und angegangen werden.

Begründung

Die zunehmende Anwendung von Informations‐ und Kommunikationstechnologien (IKT) – Stichwort Digitalisierung – führt zu einer digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Dieser Wandel umfasst alle Branchen und hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Er verändert die Art und Weise, wie die Menschen leben, wirtschaften und arbeiten – gerade auch in den Städten.

Städte und Gemeinden können die Digitalisierung nicht ignorieren. Sie müssen sich dazu verhalten, sie als Chance für ihre künftige Entwicklung begreifen und diese Chancen nutzen. Dazu sind gesamtheitliche Entwicklungskonzepte zu entwickeln, die sich auch als „Smart City-Konzepte“ bezeichnen lassen. Smart City bedeutet – verkürzt – intelligente Ideen und zukunftsweisende Technologien zu nutzen, um Städte  effizienter, technologisch fortschrittlicher, umweltfreundlicher und sozial inklusiver zu gestalten. Die Potenziale einer Smart City entfalten sich vor allem durch die Vernetzung zwischen verschiedenen Bereichen, die wesentliche technologische Grundlage ist der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie.

Für die Entwicklung einer Smart City ist es wichtig, in der Stadt vorhandene Potenziale zu analysieren, von anderen Städten zu lernen und eine eigene Strategie zu entwickeln sowie diese auch strategisch in der Kommunalpolitik und Stadtentwicklung zu verankern.

Städte, die sich frühzeitig damit befassen, eine Infrastruktur für eine Smart City zu schaffen und konkrete Erfahrungen zu sammeln, haben gegenüber anderen Städten einen Wettbewerbsvorteil. Erste Ansätze und Projekte zum Thema Smart City gibt es bereits bei der Stadt Aachen und in ihrem Umfeld (z.B. EU-GUGLE – EUropean cities serving as Green Urban Gate towards Leadership in sustainable Energy mit Stawag und gewoge oder auch CIVITAS DYN@MO). Diese fachbezogenen Projekte sollen selbstverständlich genutzt werden.

Darüber hinaus sollen aber auch anhand von Best Practice Beispielen anderer Städte und Verwaltungen und auf Basis der Erfahrungen und des Knowhows der externen Unterstützung genannte ‚Quick Wins‘ – Vorhaben, die schnell und mit geringem Aufwand zu sichtbaren, verbesserten Ergebnissen führen – realisiert werden. Nicht zuletzt soll das Knowhow von Hochschulen und von Unternehmen, die im Bereich Smart City arbeiten – davon gibt es gerade in Aachen einige – genutzt werden. Wo in Aachen bereits Potenziale für schnelle Lösungen vorhanden sind und welche in anderen Städten und Verwaltungen erprobten Bausteine einfach transferiert werden könnten, ist unter fachkundiger Begleitung in kurzer Zeit zu ermitteln.

Ulla Griepentrog                                    Hermann Josef Pilgram
Fraktionssprecherin                               Ratsherr

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