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25.06.2014

„Verzicht auf Fracking fordern“

Ratsantrag 08/2014

Die Fraktion der GRÜNEN beauftragt die Stadtverwaltung, zeitnah Gespräche mit den zuständigen Behörden in den Niederlanden aufzunehmen und darauf hinzuwirken, auf die Gewinnung von Schiefergas durch Fracking zu verzichten, solange eine potentielle Verseuchung des Grundwassers nicht ausgeschlossen werden kann.

Begründung:

Mit Besorgnis verfolgen Bürger und Bürgerinnen die Pläne der niederländischen Regierung, in der Grenzregion die Gewinnung von Schiefergas durch Fracking voranzutreiben. Mit großem Aufwand und Risiko soll hier ein endlicher, fossiler Energieträger gefördert werden.

Die unterirdischen Sprengungen und eingepressten Chemikalien bedrohen das Grundwasser in tiefer liegenden Erdschichten. Die Grundwasserleitern auf niederländischer Seite sind mit jenen auf deutscher Seite verbunden, so dass nicht  ausgeschlossen werden kann, dass dies - insbesondere in Grenznähe - Auswirkungen auf das Grund- und Trinkwasser in Nordrhein-Westfalen hätte. Sauberes Grundwasser ist als Trinkwasserquelle unverzichtbar.

Hinzu kommt, dass der Steinkohlebergbau in der Aachener Region schon in der Vergangenheit zu erheblichen Veränderungen der geologischen Beschaffenheit sowie des Grundwasserspiegels geführt hat. Nicht zuletzt haben die Bürger unserer Stadt außerdem ein vitales Interesse an der Erhaltung der Thermalwasserquellen, denen Aachen seine Entstehung und seinen Namen verdankt.

Der Landtag NRW hat in seiner Sitzung am 04.06.2014 einstimmig beschlossen, dass er „die Aufsuchung und Gewinnung von unkonventionellem Erdgas mit dem Einsatz der Fracking-Technologie für nicht verantwortbar hält und keine nachteilige Veränderung der Wasserbeschaffenheit des Grund- und Trinkwassers in Nordrhein-Westfalen durch Fracking-Vorhaben in den Niederlanden erfolgen darf“.

Aus diesen Gründen ist es dringend geboten, unverzüglich Kontakt zu den niederländischen Nachbarn aufzunehmen.

Ulla Griepentrog
Fraktionssprecherin

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