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24.04.2009

Integrierte Gesamtschule für Aachen Ost

©Manfred Jahreis/pixelio.de

Die Entscheidung der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN für die Errichtung einer integrierten Gesamtschule in Aachen-Ost hat viele überrascht und Proteste von Lehrern, Schülern und Eltern ausgelöst. Die drei Fraktionen wollen im Stadtrat beschließen, eine weitere Gesamtschule für Aachen beim Schulministerium zu beantragen. Aus den weiterführenden Schulen Geschwister-Scholl-Gymnasium, Hugo-Junkers-Realschule und Hauptschule Aretzstraße soll eine neue Stadtteilschule entwickelt werden.

Hintergrund: Seit mehreren Jahren müssen im Anmeldeverfahren zu den weiterführenden Schulen eine große Zahl von Kindern von den vorhandenen Gesamtschulen abgelehnt werden. In diesem Jahr standen 750 Anmeldungen rund 500 Plätzen gegenüber. Hier besteht deshalb dringender Handlungsbedarf für das Schuljahr 2010/2011.

In einem gemeinsamen Antrag  haben die Fraktionen deutlich gemacht, dass die neue Schule einen pädagogischen Schwerpunkt in der Integration und der Verbesserung der Bildungschancen insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund entwickeln soll. Die vorhandenen guten Konzepte und Projekte der Schulen sollen an die neue Schule überführt und die engagierte Lehrerschaft übernommen werden. Die neue Schule soll eine Ganztagsschule werden, an der auch das Abitur gemacht werden kann, und sie soll sich besonders durch kleinere Klassen und eine besonders gute Ausstattung auch mit Lehrkräften auszeichnen. Sie soll in einem Schwerpunkt eine Schule für die Kinder aus dem Stadtteil und eine Schule mit starker Berufsorientierung sein. Die Herkunftssprache der Kinder soll als zweite Fremdsprache gelehrt werden können.

Wenn dieses Konzept realisiert wird, laufen die betroffenen Schulen aus. Dies würde aber auch bedeuten, dass die jetzigen Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung an Hauptschule, Realschule und Gymnasium beenden können.

Seit mehr als einem Jahr wird in der Aachener Kommunalpolitik die Schulentwicklung diskutiert. Auf grünen Antrag hin wurde ein Gutachten zur Schulentwicklungsplanung in Auftrag gegeben, das im Ergebnis die Bildung von Verbundschulen aus Haupt- und Realschulen und einen Modellversuch einer Verbundschule von Haupt- und Realschule mit einem Gymnasium im Aachener Osten vorschlägt. Bei einem Gespräch der Stadtverwaltung mit der Bezirksregierung in Köln wurde aber deutlich, dass solche Verbundschulen für Aachen nicht genehmigt werden würden. Einzig die Errichtung einer Gesamtschule wurde von der Bezirksregierung als genehmigungsfähige Entwicklungsmöglichkeit aufgezeigt.

In Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern sowie Schulpflegschaftsvertretern wollen die Fraktionen nun gemeinsam mit den Schulen das konkrete Schulkonzept diskutieren und die Schulen für die Mitarbeit an der Errichtung der neuen Schule gewinnen. Denn als Voraussetzung für die endgültige Realisierung der Schule muss es gelingen, das besondere Profil der neuen Stadtteilschule im Genehmigungsverfahren zu realisieren.

CDU, SPD und GRÜNE wollen deshalb die Genehmigungsbehörde, das Schulministerium, die Verwaltung und LehrervertreterInnen der betroffenen Schulen möglichst bald an einen Tisch holen.

Foto: ©Manfred Jahreis/pixelio.de

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