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12.12.2014

Schulsozialarbeit ist unverzichtbar

Ulla Griepentrog, Fraktionssprecherin der GRÜNEN

Mittel müssen auch über 2016 hinaus im städtischen Haushalt eingeplant werden. Wesentliches Instrument für moderne Schulsysteme und auf dem Weg zur Inklusion. Antrag der GRÜNEN fordert Nachbesserung.


Schulsozialarbeit ist an vielen Schulen ein wichtiges Thema – und wird in den kommenden Jahren immer bedeutsamer. Längst werden noch nicht an allen Aachener Schulen, an denen es notwendig wäre, Schulsozialarbeiter eingesetzt. Deshalb fordern die Aachener GRÜNEN nicht nur die Fortführung der Schulsozialarbeit, sondern auch deren kontinuierlichen Ausbau. Die dafür benötigten Haushaltsmittel sollen in den Entwurf für 2016 und darüber hinaus bereitgestellt werden.

Die bisherige Finanzierung der Schulsozialarbeit durch den Bund wird in Zukunft zu ca. 70 % vom Land NRW übernommen. Den Rest muss dann die Stadt bereitstellen. „Für das Jahr 2015 und die erste Hälfte in 2016 sind wir noch mit ausstehenden Bundesmitteln gut versorgt. Doch für die Zeit danach müssen wir aus eigener Tasche zuschießen. Das sieht der jetzige Haushaltsentwurf nicht vor“, erklärt Ulla Griepentrog, Fraktionssprecherin und schulpolitische Sprecherin der GRÜNEN in Aachen. „Darüber hinaus sehen wir den Bedarf, die Schulsozialarbeit auf weitere Schulen in Aachen auszudehnen. Aber die neue Mehrheit will da offensichtlich nicht dran. “

Wichtiger pädagogischer Eckpfeiler

Schulsozialarbeit hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen pädagogischen Eckpfeiler an Grundschulen und weiterführenden Schulen entwickelt. Sie ist an den Schulen nicht mehr wegzudenken und ein entscheidender Baustein eines innovativen Schulsystems auf dem Weg zur Inklusion. Schulsozialarbeit hilft, die schulische, aber auch die persönliche, z.B. familiäre Situation für Schülerinnen und Schüler enorm zu verbessern. „Ein Schulsozialarbeiter kann das Bindeglied zwischen Schülern, Eltern und Lehrern sein“, beschreibt Ulla Griepentrog die Aufgaben. „Für viele Schüler, denen der Draht zur Schule verloren geht und die in einer schwierigen Familiensituation leben, sind sie oft die einzigen Ansprechpartner, denen sie vertrauen mögen.“ Auch zeigten sich Schnittstellen zum städtischen Aufgabenbereich „Hilfe zur Erziehung“: „Entlastung und die Schaffung von Synergien sind hier sehr gut möglich.“

Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket waren vor erst vor drei Jahren 18 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen worden. Bis dahin hatten sogar nur fünf Aachener Schulen einen Sozialarbeiter. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das Angebot immens gut in Anspruch genommen wird, Schulleitungen betonen die Notwendigkeit ausnahmslos: „Ein Stillstand oder gar Rückschritt an dieser Stelle wäre fatal“, mahnt Ulla Griepentrog. „Wir müssen im Sinne eines modernen Schulsystems unbedingt weitermachen und vorausschauend planen. Nirgendwo erreichen wir die Kinder besser als in der Schule.“

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