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22.05.2014

Europa, Demokratie und Menschenrechte

Die Idee des Karlspreises: Vermitteln und Grenzen überwinden.

Ich erwarte, dass über die Themen Frieden, Freiheit und Menschrechte gesprochen wird, so Hermann Pilgram.

Katrin Feldmann: Bei der Euromaidan-Bewegung ging es um politische und kulturelle Eigenständigkeit und Emanzipation. Wir hoffen, dass diese Botschaft gehört wird.

Am Donnerstag nächster Woche erhält Herman van Rompuy, Präsident des Europäischen Rates, den Karlspreis. Bei der Verleihungszeremonie im Rathaus werden der Premierminister der Republik Moldau, Iurie Leanca, der Premierminister von Georgien, Irakli Gharibaschwili, sowie der Premierminister der Ukraine, Arsenij Jazenjuk, sprechen. So hat es sich der diesjährige Preisträger van Rompuy gewünscht.

Hermann Josef Pilgram, GRÜNER Ratsherr und Mitglied im Karlspreisdirektorium, ist sicher, dass der Auftritt dieser drei Persönlichkeiten und ihre Reden große Aufmerksamkeit finden werden. „Die Welt wird an diesem Tag auf Aachen schauen. Deshalb ist es wichtig, welches Signal von hier ausgeht.“

Pilgram weist darauf hin, dass der „Euromaidan“, die Bewegung, welche die aktuelle Entwicklung in der Ukraine ausgelöst hat, zumindest in ihren Ursprüngen einen explizit europäischen Bezug hatte. Besonders gespannt ist Pilgram deshalb auf die Rede von Arsenij Jazenjuk. 

„Der Karlspreis soll vermitteln und Grenzen überwinden, so heißt es in der Proklamation des Karlspreises von 1949, die noch unter dem Eindruck des 2. Weltkriegs formuliert wurde. Ich erwarte deshalb, dass der Premierminister die Chance ergreift, an diesem Tag und an diesem Ort zu den Themen Frieden, Freiheit und Menschenrechte zu sprechen. Das sind Werte, für die der Karlspreis steht. Und das sind vor allem auch Werte, denen die Europäische Union verpflichtet ist und die den Kern Europas ausmachen. Europa lebt nicht durch Polarisierungen, sondern durch den Willen zum Dialog und zur Verständigung.“

Es ist einmalig in der Geschichte des Karlspreises, dass ein Staatschef im Fokus der europäischen Öffentlichkeit spricht, in dessen Land  kriegerische Verhältnisse herrschen.

Katrin Feldmann, die Vorsitzende der Aachener GRÜNEN, zeigt sich besorgt über die Entwicklung in der Ukraine. Feldmann wörtlich: „Der Anfang auf dem Euromaidan war eine gewaltfreie, von Künstlern und Intellektuellen geprägte Bewegung für Demokratie, gegen Korruption und alte Oligarchien. Es ging um politische und kulturelle Eigenständigkeit und Emanzipation. Wir hoffen, dass Herr Jazenjuk die Botschaft dieser europäischen Revolution im Koffer hat und Sprachrohr sein kann für die ukrainische Idee von Europa, von Demokratie und Menschenrechten. In der aktuellen Situation brauchen wir aber auch Antworten auf die Frage nach dem Ende der Gewalt und dem Einsatz friedlicher Mittel zur Konfliktlösung.“

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