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16.04.2014

Belgische Risiko-Reaktoren vom Netz!

Die Fraktion GRÜNE/EFA im Europäischen Parlament hat in der letzten Woche gemeinsam mit dem Aachener Aktionsbündnis gegen Atomkraft einen neuen Expertenbericht zum Zustand der belgischen Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 vorgelegt. Der Bericht stellt dar, dass die Risiken der Reaktoren nicht abschließend geklärt sind.

Dazu erklärt Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament: „Der Bericht zeigt deutlich, dass die belgische Aufsichtsbehörde 2013 vorschnell grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme der beiden defekten Reaktoren gegeben hat. Sie ignorierte die zahlreichen offenen Fragen und Warnungen von Experten. Angesichts der katastrophalen Folgen, die mit dem Bersten eines Reaktordruckbehälters verbunden wären, ist das vollkommen verantwortungslos. Solange die Herkunft der Fehlstellen nicht zweifelsfrei geklärt werden kann, müssen Doel3 und Tihange2 stillstehen.“

Aachener Aktionsbündnis fordert Sicherheit für EU-BürgerInnen

Jörg Schellenberg vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomkraft ergänzt: „Die aktuellen Tests weisen offensichtlich nach, dass die Versprödung signifikant höher ist als erwartet. Mit der Entscheidung, die Reaktoren im Mai 2013 wider besseren Wissens zu starten, hat die belgische Aufsichtsbehörde FANC das Leben von Millionen wissentlich gefährdet. Ein so skrupelloses Verhalten ist für eine Aufsichtsbehörde unfassbar. Wir bedauern, dass die Europäische Union keine Instrumente hat, einer solchen Aufsichtsbehörde Einhalt zu gebieten. Wir fordern eine europäische Behörde mit entsprechenden Befugnissen, die die Sicherheit aller EU-Bürger über die Grenzen hinweg im Blick hat.“

Resolution gegen Wiederinbetriebnahme

Die Aachener GRÜNEN äußern sich ebenfalls mehr als besorgt: „Tihange liegt keine Autostunde von Aachen entfernt. Wenn in Tihange oder Doel aufgrund der maroden Zustände der Meiler Radioaktivität austritt, kriegen wir in Aachen die Folgen direkt und unmittelbar zu spüren “, so Gisela Nacken, GRÜNE Umweltdezernentin der Stadt Aachen. „Wir finden es unverantwortlich, mit einer derart gefährlichen Technologie so lax umzugehen und fordern, dass beide Betriebsstätten auf Herz und Nieren geprüft werden müssen, besser noch endgültig vom Netz genommen werden, bevor hier eine Katastrophe geschieht. Dazu haben wir bereits im letzten Jahr im Rat der Stadt eine interfraktionelle Resolution eingebracht. Wirkliche Sicherheit lässt sich nur mit einer Stilllegung der beiden Atomkraftwerke erzielen, da sind sich alle Parteien in Aachen einig.“

» Link zum Wortlaut der Resolution aus Juni 2013

» Der vollständigen Bericht findet sich hier.

» Verwendete Quellen zum Artikel: Presseinfo der Europagruppe der GRÜNEN 

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