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22.12.2015

Breites Bündnis gegen Tihange und belgische Atompolitik

Anstelle des Oberbürgermeisters sprach unsere GRÜNE Bürgermeisterin Hilde Scheidt anlässlich der heutigen Demo gegen das marode Atomkraftwerk Tihange.

Heute Abend fanden tausende Menschen im Weihnachtsgewimmel den Weg zum Aachener Elisenbrunnen, um gegen das marode Atomkraftwerk, 70 km von der Grenze, und die verantwortungslose belgische Atompolitik zu demonstrieren.

Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Politik, Vereinen, Verbänden und vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern machten wir klar: Die Bedrohung durch Störfälle, Fehler und marode Bausubstanz ist real und macht nicht an der Grenze halt.

Neben dem GRÜNEN Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer, Sprechern des Anti-Atomkraft-Bündnisses und anderen Rednern gab unsere GRÜNE Bürgermeisterin Hilde Scheidt eine Erklärung aller Fraktionen ab:

„Das nahe der Stadt Aachen gelegene belgische Atomkraftwerk Tihange ist seit Jahren für Störfälle bekannt. Immer wieder berichteten die Medien von Bränden, undichten Stellen und tausenden Rissen in Reaktorwänden. Trotz der vielen Probleme hat die belgische Regierung die Laufzeit des schon 40 Jahre alten Blocks Tihange 1 nochmals um zehn Jahre verlängert. Der Brand im nicht nuklearen Bereich des Atomkraftwerks Tihange am letzten Freitag ist nur ein kleines Glied in einer Kette von Pannen. Dieser Unfall zeigt aber allen in der Region lebenden Menschen auf, wie unsicher diese Gesamtanlage ist und welche Bedrohung von ihr ausgeht.

Wir halten die Wiederinbetriebnahme dieses Kraftwerks für unverantwortlich. Bei einem Unfall könnte seine Ummantelung brechen, Radioaktivität austreten und unsere Region hierdurch unbewohnbar werden. Tihange bedroht die Menschen in Belgien, den Niederlanden und Deutschland, der marode Reaktor stellt insbesondere eine Gefahr für die Euregio dar.

Wir setzen uns deshalb für die sofortige und dauerhafte Stilllegung dieses Atomkraftwerks ein. Mit Nachdruck appellieren wir an die belgische Regierung, die Betriebsgenehmigung für das Atomkraftwerk zurückzunehmen. Alle politischen Möglichkeiten wollen wir hierfür einsetzen und prüfen auch juristische Schritte.

Zum Schutz der in der Euregio lebenden Menschen verlangen wir von der Landes- und Bundesregierung, ein bilaterales Abkommen mit Belgien für einen möglichen nuklearen Ernstfall zu vereinbaren und grenzüberschreitende Katastrophenschutzkonzepte zu erarbeiten.

Die Risiken, die vom Atomkraftwerk Tihange ausgehen, wollen wir nicht hinnehmen. Wir bitten alle Verantwortlichen eindringlich: Nehmen Sie diesen Reaktor vom Netz!“

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