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20.05.2015

„Insellösung“ für Internationale Förderklassen?

Mit der Einrichtung von 10 Förderklassen für Flüchtlinge am Kronenberg droht eine Isolierung von Flüchtlingen. Verteilung auf weitere Schulen wäre sinnvoll gewesen, wurde aber durch die Große Koalition verhindert.

Auf GRÜNEN Ratsantrag hin stand im gestrigen Schulausschuss das Thema „Ausbau und Erhalt von Internationalen Förderklassen“ auf der Agenda. Da weiterhin mit steigenden Flüchtlingszahlen in Aachen zu rechnen ist – darunter viele Kinder und Jugendliche – muss die Beschulung in Internationalen Förderklassen (IFK) sichergestellt sein. Die IFK sollten in bestehende Regelschulen integriert sein, so dass die jungen Menschen entsprechend ihrem Lernstand auch anschließend in den Regelklassen weiter beschult werden können.

Sinnvoll ist demnach eine breite Verteilung der IFKs auf verschiedene Schulen, so dass eine gute Differenzierung und Integration möglich ist. Eine Bündelung der IFK an einem einzigen Schulstandort gilt es hingegen zu vermeiden, erst recht wenn an diesem Schulstandort kein regulärer Schulunterricht mehr stattfindet. Genau das droht aber nun am Kronenberg. Im gestrigen Schulausschuss hat die große Koalition aus CDU und SPD beschlossen, an der ehemaligen Hauptschule Kronenberg, deren regulärer Schulbetrieb im nächsten Jahr ausläuft, bis zu zehn Flüchtlingsklassen einzurichten.

Klassen breiter verteilen

„Hier entsteht auf mittlere Sicht eine reine Flüchtlingsschule. Wir sind mit dieser massiven Bündelung der Förderklassen am Kronenberg nicht einverstanden“, berichtet Uli Balthasar, sachkundiger Bürger im Schulausschuss, von der Debatte. „Deshalb haben wir einen Erweiterungsantrag gestellt, der aber zu unserem großen Unverständnis durch SPD und CDU abgelehnt wurde.“ In dem Antrag heißt es konkret: „Die Verwaltung wird beauftragt, verstärkt auf die Einrichtung von Internationalen Förderklassen bei allen Schulen mit SI-Bereich hinzuwirken. Dies gilt insbesondere auch für die Gymnasien, die durch den Wechsel von G9 nach G8 auch die erforderlichen Raumkapazitäten haben.“

Dezentralität muss Konsens bleiben

Derzeit gibt es an den Gymnasien der Stadt je eine IFK am Couven- und Anne-Frank-Gymnasium sowie zwei am Geschwister-Scholl-Gymnasium, das dem Schulverband Aachen-Ost angeschlossen ist. Es wäre also durchaus sinnvoll gewesen, das Schulamt prüfen zu lassen, ob auch an den anderen Gymnasien der Stadt die Einrichtung von IFK möglich wäre. „Dezentralität nicht nur in der Unterbringung von Flüchtlingen, sondern auch bei der Einrichtung von Förderklassen war immer unsere Forderung und lange Zeit auch Konsens in der Stadt“, sagt Dr. Lisa Lassay, sozialpolitische Sprecherin der Aachener GRÜNEN. „Was nun passiert, ist genau das Gegenteil, für uns außerdem völlig unverständlich. Hier wurde eine große Chance auf eine bessere Integration der Schülerinnen und Schüler vertan.“

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