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24.10.2012

Resolution des Rates zur geplanten Schließung des Aachener Bombardier-Werks

Der Rat der Stadt Aachen unterstützt die Belegschaft der Bombardier Transportation GmbH  in ihrem Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze am Standort Aachen und fordert die Unternehmensführung auf, die Pläne der Standortschließung aufzugeben. Die Mitglieder des Stadtrats unterstützen die bisherigen Anstrengungen von Abgeordneten und Landesregierung und fordern alle Aachener Abgeordneten in Bund und Land auf, sich aktiv für den Erhalt der Arbeitsplätze bei Bombardier einzusetzen und nichts unversucht zu lassen, die Schließung zu verhindern. Rat und Verwaltung der Stadt Aachen erklären sich bereit – wie schon in der Vergangenheit – im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Sicherung und Auslastung des Produktionsstandorts Aachen mitzuwirken.

Mit der Schließung des 175 Jahre alten Aachener Produktionsstandortes für Schienenfahrzeuge würden rund 600 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz, viele Familien ihr Einkommen verlieren. Enormes technisches Wissen und Können ginge verloren. Nicht nur die soziale Verantwortung für die jetzigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein wichtiges Argument für den notwendigen Erhalt des Werks, sondern auch die Zukunftssicherung des Werks und der Arbeitsplätze durch die Einbindung des Unternehmens in die Aachener Hochschul- und Forschungslandschaft. Die Mobilitätsanforderungen unserer Zeit verlangen neue und innovative schienengebundene Produkte und Dienstleistungen. Die Aachener Hochschulinstitute mit ihrer Kompetenz in Schienentechnologie, Logistik und Mobilitätskonzepten der Zukunft sowie das Prüfzentrum für Schienenfahrzeuge in Wegberg-Wildenrath bieten hervorragende Rahmenbedingungen für den Werksstandort Aachen und das gesamte Unternehmen Bombardier.

Die Aussage der Geschäftsleitung, Grund für die Schließung des Standorts sei die schwierige Auftragslage, erscheint vor dem Hintergrund der Selbstdarstellung des Unternehmens als „weltweiter Marktführer in der Schienenverkehrstechnik und den damit verbundenen Dienstleistungen“ schlichtweg unaufrichtig. Die Umsätze der gesamten Bahnindustrie steigen. Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. zieht eine positive Bilanz für das erste Halbjahr 2012. In der erst letzten Monat vorgestellten Studie „Weltmarkt Bahn 2012“ heißt es: „Das Marktvolumen der weltweiten Bahntechnik beträgt aktuell 143 Mrd. EUR (…) und wächst bis 2016 mit 3,5 % auf 170 Mrd. EUR noch leicht an.“

Es besteht daher kein Grund für Bombardier den  Industrie- und Wissenschaftsstandort Aachen aufzugeben und dabei hunderte Arbeitsplätze zu vernichten, auf die diese Stadt und Region dringend angewiesen sind.


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