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11.01.2018

GroKo-Watch: Unrealistische Zielvorgaben für das Stadttheater

Ein Bericht unseres Ratsherrn Hermann Pilgram aus der Sitzung des Betriebsausschusses Theater / VHS am 10.01.18 zum Tagesordnungspunkt "Zukünftige Finanzausstattung des Eigenbetriebs Stadttheater und Musikdirektion":

"Das Theater Aachen soll seinen Kostendeckungsgrad von aktuell 12,9% bis zur Spielzeit 2020/21 auf 16% steigern. Das ist Inhalt einer "Zielvereinbarung", die heute auf der Tagesordnung des Betriebsausschuss Theater/VHS stand. Um es vorweg zu nehmen die Groko (CDU und SPD) sowie die FDP haben dem zugestimmt. GRÜNE, Linke und Piraten haben dagegen gestimmt.

Tatsächlich klingt der Vorschlag zunächst harmlos, zumal es dem Theater freigestellt ist, wie es das damit vorgegebene Ziel in den nächsten drei Jahren erreicht. Allerdings machten sowohl der Intendant als auch der Vorsitzende des Personalrates in der Diskussion unmissverständlich deutlich, dass sie dieses 16%-Ziel für unrealistisch halten. Tatsächlich wäre es - vielleicht - allenfalls mit weitreichenden Eingriffen in die Strukturen des Theaters, im Klartext mit Personaleinsparungen, zu erreichen.

Die wollen angeblich auch CDU und SPD und auch die Verwaltung nicht. Die Antwort auf die Frage, wie sie bzw. das Theater nun konkret die "sportliche" (in diesem Zusammenhang ein Euphemismus) Zielsetzung erreichen sollen, blieben allerdings alle schuldig. Trotzdem wurde nun per Mehrheitsbeschluss dem Theater der "Schwarze Peter" zugeschoben, etwas zu leisten, was nach aller Erfahrung so beim besten Willen nicht zu leisten ist.
Politisch allerdings geschickt, so zu reden, als wolle man das Theater mit seiner Leistungsfähigkeit und Wirkung auf die Stadt uneingeschränkt erhalten, ihm andererseits aber finanzielle Ziele zu setzen, die genau das extrem gefährden.

Seriös wäre es gewesen, zunächst zu untersuchen, was geht, dann diese Maßnahmen zu prüfen und abzustimmen und sich so verbindlich darauf zu einigen."

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