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14.01.2014

Brasilianische Stimmung im Stadion

Im Juni diesen Jahres treffen gleich zwei weltbewegende Ereignisse zeitgleich aufeinander: Zum einen findet vom 20.-29. Juni die Aachener Heiligtumsfahrt statt. In dieser Zeit strömen Tausende gläubiger Christen aus aller Welt nach Aachen. Zwei Jubiläen – der Bau der Chorhalle vor 600 Jahren sowie der 1.200 Todestag Karls des Großen – werden für zusätzliche Besucherscharen sorgen. Das andere, eher säkulär geprägte Großereignis des Sommers ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2014, die vom 12. Juni bis 13. Juli in Brasilien ausgetragen wird.

„Das Zurschaustellen der Heiligtümer und die Fußball-WM – das sind gleich zwei große Public Viewing-Ereignisse, die wir hier in Aachen unter einen Hut bekommen müssen“, meint der grüne Ratsherr Hermann Pilgram zwinkernden Auges. Denn da sich Public Viewing bei Fußballgroßereignissen seit Jahren wachsender Beliebtheit erfreue, könne man davon ausgehen, dass auch in diesem Jahr Fußballfans aus Aachen und der Region die Spiele gerne wieder gemeinschaftlich an Orten mit Event-Charakter schauen möchten.

Durch das Rahmenprogramm von Heiligtumsfahrt und Karlsjahr sind aber die dafür prädestinierten öffentlichen Plätze in der Innenstadt voraussichtlich schon weitgehend belegt. Hier könnten vermutlich Engpässe und Interessenskonflikte entstehen. Um das zu vermeiden, bittet die GRÜNE Fraktion die Stadtverwaltung, zu prüfen, ob insbesondere der Tivoli als Veranstaltungsort für Public Viewing in Frage käme.

Das Fußballstadion scheint sich für eine breite, der Öffentlichkeit zugängliche Veranstaltung anzubieten, brasilianische Atmosphäre kann sich in der traditionell stimmungsvollen Kurve ungehindert ausbreiten. Mit dieser Lösung könnte man beiden Gruppen, den Wallfahrtspilgern und den Fußballfans, gleichermaßen gerecht werden.

„Insgesamt passt dieser Vorschlag auch gut in das gedankliche Konstrukt, den Bebauungs- und Flächennutzungsplan rund um den Tivoli zu erweitern, etwa um zusätzliche Nutzungen des Stadions und der umgebenden Fläche zu ermöglichen“, kommentiert Jonas Paul, Sprecher der GRÜNEN im Sportausschuss das Vorhaben abschließend.

Übrigens: Neben der allgemeinen Bedeutung „Zurschaustellung“ hat der englische Begriff „Public Viewing“ auch die speziellere Bedeutung „Leichenschau“. Hier schließt sich elegant der Kreis zwischen Reliquienschau und Public Viewing als fußballerischem Gemeinschaftsevent nach dem Motto „Auf zum Tivoli“.

Hier geht es zum Ratsantrag.

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