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24.03.2016

Verkehrsprojekte in der Region – mehr Druck ausüben!

Die Region Aachen gerät bei der neuen Verkehrswegeplanung von Minister Dobrindt spürbar ins Hintertreffen. Wichtige Projekte fallen hintenüber. Was unternehmen unsere politischen Vertreter in Berlin dagegen?

Bis nach Berlin dringen die Rufe aus der Grenzregion Aachen nur schwach durch, was die Umsetzung dringend notwendiger Verkehrsinfrastruktur-Projekte angeht. In der vorläufigen Entscheidung zu neuen Verkehrsprojekten von Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) jedenfalls hat NRW das Nachsehen, was wichtige Großprojekte angeht.

Interessen in Berlin stärker durchsetzen

„Um nur ein Beispiel zu nennen: Ein sehr wichtiges und seit langem eingefordertes Projekt ist der Bau eines dritten Gleises auf der Strecke zwischen Aachen und Düren“, erläutert Wilfried Fischer, mobilitätspolitischer Sprecher der Aachener GRÜNEN. „Das kommt in der neuen Dobrindtschen Planung leider nicht vor. Wir müssen also deutlich mehr Druck aus der Region in Richtung Berlin machen! Wo bleibt der Aufschrei von Rudolf Henke (CDU), Ulla Schmidt (SPD) und Helmut Brandt (CDU), den Vertretern der großen Koalition und damit Aachens Stimmen in Berlin? Wer, wenn nicht sie, könnte diese für Aachen und die gesamte Region so wichtigen Projekte nach vorne bringen?“

Überlastung durch Güter- und Personenverkehr

Für die Strecke nach Düren ist der dreigleisige Ausbau zwingend notwendig, um die Kapazität vor allem für den Güterverkehr zu erweitern. Denn im Zeitraum 2004 bis 2025 legen die Güterverkehre durch Deutschland um bis zu 69% zu. Auf der Strecke Aachen-Köln werden dann 232 Güterzüge am Tag fahren – fast 100 mehr als 2015. Und schon jetzt stößt die Strecke an den Rand ihrer Kapazitäten. Den Personenverkehr eingerechnet, verkehren 2025 insgesamt 400 Zügen täglich auf der Strecke, die damit heillos überlastet wäre.

Pendler haben das Nachsehen

„Morgens und nachmittags, wenn die meisten Berufspendler mit der Bahn unterwegs sind, wäre der Nahverkehr dann in unmittelbarer Konkurrenz gegenüber den Güterverkehrszügen. Letztere haben bei Ressourcenknappheit das Vorrecht – noch mehr Verspätungen und Ausfälle im Pendlerverkehr sind die Folgen“, beschreibt Fischer das drohende Szenario. Der Ausbau des Schienennetzes in der Region ist also mehr als fällig.

Schienennetz ausbauen, Umwelt entlasten

„Wenn politisch weiterhin Stillstand an dieser Stelle herrscht, heißt das in der Konsequenz: Noch viel mehr Transporte werden dann auf die überlasteten Autobahnen und Schnellstraßen der Region verlagert werden“, so Fischer. „Der Druck auf die Bundespolitik muss noch viel stärker werden! Wir appellieren an unsere politischen Vertreter in Berlin, die Interessen der Region mit Vehemenz durchzusetzen. Wir brauchen Entscheidungen, und keine Verzögerungen. Verkehrskollapse und schlechte Werte in der Luftqualität zeigen: Wir müssen alles dafür tun, um deutlich mehr Güter- und Personentransporte von der Straße auf die Schiene zu bringen. Gegen das dritte Gleis zu entscheiden bedeutet, sich gegen Umweltschutz und gegen den Schutz der Menschen in Aachen und der Region zu entscheiden.“

„B“ wie Bayern?

Oliver Krischer MdB und GRÜNER Wahlkreisabgeordneter aus Düren, kommentiert: „Dobrindts Bundesverkehrswegeplan wird nicht im Mindesten den Herausforderungen einer nachhaltigen Mobilitätspolitik gerecht. Für überflüssigen Straßenneubau wird immer noch viel zu viel ausgeben. Für dringend notwendige Schienenverkehrsprojekte fehlt dagegen das Geld. Das trifft auch die Region: Während fragewürdige Projekt wie die B399n in Düren oder der Weiterbau der A1 in der Eifel im vordringlichen Bedarf in Dobrindts Liste stehen, taucht das dringend notwendige dritte Gleis zwischen Aachen und Düren nicht einmal auf. Mit dieser falschen Prioritätensetzung gefährdet Dobrindt die wirtschaftliche Zukunft der Region.“

Wilfried Fischer resümiert: „Man könnte meinen, das „B“  in BVWP (Bundesverkehrswegeplan) steht für Bayern und es handelt sich hier nicht um den Bundes-, sondern um den Bayerischen Verkehrswegeplan.“

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