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25.03.2015

Vergebene Chance für Ausbau der Schulsozialarbeit

Im Sinne eines modernen Schulsystems müsste Aachen in Sachen Schulsozialarbeit unbedingt vorausschauend planen, meint Ulla Griepentrog.

Schulsozialarbeit ist ein wesentliches Instrument für moderne Schulsysteme und auf dem Weg zu mehr Integration und Inklusion. Daher fordern wir GRÜNE einen Ausbau – doch die große Koalition sieht keinen Bedarf.

Ob es um Konfliktlösung geht, um das Erlernen von Sozialkompetenzen oder den respektvollen Umgang miteinander – bei Schulmüdigkeit, Krisenfällen, Mobbing oder privaten Problemen von Schülerinnen und Schülern: Sozialarbeit an Schulen leistet „Krisenhilfe“, aber auch wertvolle präventive Arbeit und unterstützt das Lehrpersonal in vielerlei Hinsicht.

„Schulsozialarbeit ist ein ganz wichtiger Baustein beim Abbau von Bildungsarmut, für bessere Integration und Inklusion, im Übergang von Schule zu Beruf“, sagt Ulla Griepentrog, schulpolitische Sprecherin der Aachener GRÜNEN.

In einem Ratsantrag forderten die Aachener GRÜNEN deshalb den Ausbau und die Sicherung von Schulsozialarbeit an den Aachener Schulen. Auch aus Sicht der Verwaltung ist „bei einer gezielten Bedarfsermittlung von einer höheren Zahl interessierter Schulen auszugehen, deren geäußerter Bedarf aus finanziellen Gründen nicht befriedigt werden kann.“ Ulla Griepentrog kann daraus nur die Schlussfolgerung ziehen: „Wenn die Schulen konkreten Bedarf anmelden, dann müssen wir dem auch entsprechen und die notwendigen Finanzmittel dafür frei machen. Schulsozialarbeit hat eine hohe präventive Wirkung. Nirgendwo erreichen wir die Kinder so gut wie an den Schulen.“

In der gestrigen gemeinsamen Sitzung von KJA und Schulausschuss wurde der Antrag der GRÜNEN von der großen Koalition nicht mitgetragen, obwohl auch die Verwaltung in ihrer Vorlage die zunehmende Bedeutung von Schulsozialarbeit unterstrich:

„Die Funktion der Schulsozialarbeit ist […] vielschichtig zu sehen. Einhergehend mit der zu erwartenden Zunahme an in der Schule zutage tretenden sozialen Problematiken und der Notwendigkeit zur Individualisierung des Lernens, wächst der Bedarf an Schulsozialarbeit.“

Mit der Ablehnung des GRÜNEN Antrags hat die große Koalition ein fatales Signal gesetzt: „Das ist ein Schlag insbesondere für diejenigen Schulen, die noch keine Sozialarbeiterstellen haben und auf Unterstützung in diesem Bereich hofften“, so Griepentrog. „Das ist enttäuschend. Soziale Politik geht anders. Im Sinne eines modernen Schulsystems müsste Aachen unbedingt weitermachen und vorausschauend planen. Diese Chance wurde gestern vertan.“

» Zum Ratsantrag „Ausweitung der Schulsozialarbeit“

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