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24.09.2014

Aachen sollte Vorbild bei energetischen Standards bleiben

Der "Aachener Standard" ist ein wichtiger Baustein, um Energie einzusparen oder effizient zu nutzen, meint Tina Hörmann.

Unsere Stadt ist ein Vorzeigemodell, wenn es um den Energieverbrauch im städtischen Gebäudemanagement geht. Nun liegt der aktuelle Energiebericht zum „Aachener Standard“ vor. Im untersuchten Zeitraum von 2006-2013 zeigen sich deutlich sinkende Verbräuche.

Der „Aachener Standard“ ist in der kommunalen Welt mittlerweile ein fester Qualitätsbegriff. Er regelt die Vorgaben in Sachen Neubau und Sanierung von städtischen Gebäuden nach strengen energetischen Standards. Ein aktuell von der Stadt Aachen veröffentlichter Energiebericht zeigt nun Details: Wärme- und Wasserverbrauch wurden im untersuchten Zeitraum deutlich reduziert, die erreichten Leistungseinsparungen liegen je nach Objekt zwischen 10 und 40%. Der Wärmeverbrauch konnte im untersuchten Zeitraum um 26%, der Wasserverbrauch um 18% gesenkt werden. Dass der Stromverbrauch stagniert, ist angesichts erhöhter Nutzungsstunden (z.B. Ganztagsschule, Betrieb von Mensen, mehr Einsatz von Technik) nicht verwunderlich und liest sich im Ergebnis auch positiv: Wären hier die hohen Vorgaben nicht angelegt worden, wäre der Verbrauch deutlich gestiegen.

Positiv für Umwelt und städtischen Haushalt

„Der Beschluss, kommunale Neubauten und Sanierungen aus energetischer Sicht nach „Aachener Standards“ zu bauen, ist vier Jahre alt und maßgeblich von GRÜN vorangetrieben worden, dies trägt jetzt deutliche Früchte für die Umwelt und für den städtischen Haushalt“, kommentiert Tina Hörmann, GRÜNE Sprecherin im Betriebsausschuss Gebäudemanagement, das Modell. „Aachen hat inzwischen eine Vorbildfunktion weit über die Landesgrenzen hinaus. Auf die können wir richtig stolz sein.“ Der „Aachener Standard“ sei ein wichtiger Baustein, um Energie einzusparen oder effizient zu nutzen und dürfe auch unter Schwarz-Rot nicht verwässert werden: „Im Koalitionsvertrag der GROKO ist festgehalten, dass die Standards überprüft und gegebenenfalls eine Orientierung an gesetzlichen Vorgaben stattfinden soll“, so Tina Hörmann. „Das würde im Zweifelsfall ein Absenken des Standards bedeuten, denn die gesetzlichen Vorgaben sind deutlich niedriger als die im Aachener Modell festgeschriebenen.“

Wichtiger Baustein in der Energiewende

Im zuständigen Betriebsausschuss wurde am Dienstag an einem Gebäudebeispiel gezeigt, dass sich die erhöhten Baukosten für den „Aachener Standard“ auf jeden Fall amortisieren. Eine Abkehr vom „Aachener Standard“ wäre also ein Rückschritt, der nicht nur einen Imageverlust nach sich ziehen würde, sondern den Vollzug der Energiewende geradezu konterkariert: „Das ganze Thema rund um „Energiesparen und Energieeffizienz“ ist neben den Erneuerbaren Energien die zweite unverzichtbare Säule in der Energiewende“, resümiert Hörmann. „Das ist natürlich klar: Die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird – denn sie muss gar nicht erst erzeugt werden.“ Vor allem mit Blick auf den Klimaschutz sei Energiesparen also eine entscheidende Stellschraube. Aachen dürfe seine führende Stellung in diesem Bereich daher nicht leichtfertig aufgeben.

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