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23.02.2015

ADFC-Fahrradklimatest veröffentlicht

Die Öffnung von Einbahnstraßen für Räder ist in Aachen häufig anzutreffen.

Die mäßige Gesamtbenotung muss ein Ansporn für alle Akteure sein, mehr zu tun, meint Wilfried Fischer, mobilitätspolitischer Sprecher der Grünen in Aachen.

Der in der letzten Woche vorgestellte Fahrradklima-Test macht deutlich: Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel der Zukunft mit dem meisten Wachstumspotenzial und der größten Klimafreundlichkeit. Dabei ist die Spannbreite der Infrastrukturqualität in den NRW-Kommunen groß.

Herzlichen Glückwunsch an Münster als bundesweit fahrradfreundlichste Kommune! Insgesamt geht ein Drittel aller Auszeichnungen nach NRW. Besonders hervorzuheben ist Wuppertal, deutschlandweiter Aufholer des Jahres unter den Großstädten. Die dort jüngst eröffnete 23 Kilometer lange Radstraße "Nordbahntrasse" zeigt, dass mit bürgerschaftlichem Engagement große Schritte zum Mobilitätsmix der Zukunft geschafft werden können.

Doch neben Licht gibt es auch Schatten. Deutlich wird, dass es konsequenter und breiter politischer Unterstützung auf allen Ebenen bedarf, um den klimafreundlichen und gesundheitsfördernden Radverkehr voranzubringen. Während die Bundesregierung den Radverkehr als verkehrspolitisches Gimmick behandelt, setzt NRW auf Radschnellwege, den Radwegebau an Landstraßen und die Unterstützung der Kommunen bei fahrradfreundlichen Vorhaben. 71 NRW-Kommunen sind bereits Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden, was für diese gleichermaßen Ansporn wie Herausforderung darstellt.

Aachen muss nachlegen

Der ADFC Kreisverband Aachen benennt für Aachen drei besonderen Stärken: Öffnung von Einbahnstraßen, Erreichbarkeit Zentrum, Zügiges Radfahren. Als drei besondere Schwächen werden herausgestellt: Radmitnahme ÖV, Führung an Baustellen, Radweg-Falschparkerkontrolle.

Für Wilfried Fischer, mobilitätsspolitischer Sprecher der Aachener GRÜNEN, heißt das: „Die mäßige Benotung Aachens im Fahrradklimatest muss für alle Akteure ein Ansporn sein; sie zeigt, dass trotz der „Reviermarkierungen“ auf den Straßen viele Radfahrer im Alltag rücksichtslos überholt und geschnitten werden. Die mangelhafte Umsetzung von Baustellen auf Radverkehrsanlagen haben wir in den vergangenen Jahren mehrfach kritisiert - hoffentlich beginnt die Verwaltung, die Umsetzung vor Ort auch aus Radfahrerperspektive zu prüfen.“

Der richtige Mobilitätsmix zählt

Klar ist: Verkehrspolitische und städtebauliche Gewinner der Zukunft werden diejenigen Städte und Gemeinden sein, die bereits heute konsequent auf einen modernen Mobilitätsmix mit einem wachsenden Radverkehrsanteil umsteuern. Dabei spielt das Fahrrad neben Car-Sharing, Bus, Bahn und Zug eine entscheidende Rolle. Was in Kopenhagen, Amsterdam und Wien möglich ist, wird auch in Städten wie Mönchengladbach, Bochum und Köln gelingen.

Wer wissen will, wie seine Heimatstadt abgeschnitten hat, findet die Ergebnisse des aktuellen Fahrradklima-Tests im unten stehenden PDF.

» ADFC Fahrradklimatest NRW 2014 (PDF)

» ADFC Aachen PDF

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