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23.11.2016

GRÜNE fordern dritten Recyclinghof

Neue Abfall-Verordnung zieht Änderungen bei den Recyclinghöfen nach sich. Kapazitäten reichen nicht. Starke Einschränkungen für den Bürger, Gefahr des wilden Müllentsorgens wächst.

Wenn ab Januar die neue Gebührenverordnung für Abfall in Aachen in Kraft tritt, ändert sich für die Aachener Bürgerinnen und Bürger vieles. Unter anderem wird der Sperrmüll dann nach Anmeldung nicht mehr frei Haus abgeholt, sondern es fällt eine Gebühr von 15 EUR pro Abholtermin an. Als Alternative zum Zahlen der Gebühr bleibt den Bürgern oft nur, ihren Sperrmüll selbst zu den beiden Recyclinghöfen in Brand und Eilendorf zu bringen. Dort rechnet man daher mit deutlich stärkerem Andrang, und das, obwohl die Schlangen an den Wochenenden bereits jetzt oft sehr lang und die Kapazitäten deutlich begrenzt sind.

Mengenbegrenzung sorgt für Probleme

Probleme bei Kapazitäten sind also zu erwarten – in der Konsequenz soll nun vorausgreifend die Benutzungsordnung für die Recyclinghöfe in Brand und Eilendorf geändert werden. Das steht in der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses für den Aachener Stadtbetrieb am 29. November auf der Agenda. „Wenn die geänderte Benutzungsordnung im Ausschuss durchkommt, dann darf ich in Zukunft keine Kofferraumladung voll mehr zum Recyclinghof bringen, sondern nur noch den Bruchteil einer Kofferraumladung“, meint Harald Schmitz-Reiber, Sprecher der GRÜNEN im Betriebsausschuss. Denn statt der bisher erlaubten Menge sieht die Verwaltungsvorlage vor: Die  Menge an Bauschutt soll an beiden Höfen von jetzt 0,5 m3 auf 0,1 m3 eingeschränkt werden. „Das ist nur noch eine einzige Baubütt voll. Auch darf nur 1 m3 Sperrmüll angeliefert werden. Bringe ich mehr als die erlaubte Menge, darf ich zudem keine Teilmenge ausladen, sondern muss alles wieder mitnehmen. Welchen Sinn macht eine solche Regelung?“

Vorschlag begünstigt wilden Müll

Nun wird immer deutlicher, was die Aachener GRÜNEN schon seit langem fordern: „Aachen braucht einen dritten Recyclinghof“, meint Ratsherr Kaj Neumann, ebenfalls Mitglied im Betriebsausschuss Stadtbetrieb. „Die beiden bestehenden Höfe sind schon länger überlastet. Eine dritter Recyclinghof sollte sinnvollerweise im Aachener Norden oder Westen angesiedelt werden. Aus ökologischer Sicht ist zu kritisieren, wenn Leute für die Sperrgutentsorgung von Richterich oder Laurensberg an das andere Ende des Stadtgebiets fahren müssen. Die Überlastung der vorhandenen Recyclinghöfe durch eine Reduzierung der erlaubten Anliefermengen zu verringern, das kann nicht die Lösung sein. Dadurch verschwinden ja die Abfälle an sich nicht.“

Auch das Thema „wilder Müll“ betrachtet er mit Sorge: „Kommen die Leute auf den Hof und haben mehr als die erlaubte Menge bei sich, so vermute ich, dass sie damit nicht wieder nach Hause fahren, die korrekte Menge abwiegen, und zur Abgabestelle zurückkehren. Das Abladen wilden Mülls ist damit vorprogrammiert und wird einen großen Kostenaufwand für Entsorgung bedeuten – von dem Schaden für unsere Umwelt ganz zu schweigen.“

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