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15.02.2014

Aachen braucht Windenergie

Aachen hat sich entschieden! Zur aktuellen Debatte um die Windenergieanlagen im Münsterwald nimmt die Parteispitze der Aachener GRÜNEN Stellung wie folgt:

„In den letzten Wochen bauschte sich die Debatte um die Windräder im Münsterwald medial auf - in den Zeitungen oder in den sozialen Netzwerken war davon zu lesen.

Die Entscheidung über die Windräder ist am 21. November 2012 im Rat der Stadt Aachen gefallen. Eine überwältigende Mehrheit hat JA gesagt – nur FDP und „Freie Wähler“ stimmten dagegen. Die Verwaltung wurde beauftragt, diesen Beschluss in die Tat umzusetzen. Das hat sie getan.

Die Stadtverwaltung, der Stadtrat und auch die Aachenerinnen und Aachener sind mehrheitlich davon überzeugt: Wir brauchen Erneuerbare Energie aus Sonne und Wind!

Fast drei Jahre wurde über die Windanlagen im Norden und Süden unserer Stadt engagiert gestritten, sind die Argumente hin und her gewendet worden, wurde versucht, einen möglichst breiten Konsens in der Entscheidung zu erreichen. Die Legitimation für eine Entscheidung hat in solchen Zukunftsfragen von grundlegender Bedeutung der Stadtrat - und keine Gruppe, kein Verband und auch keine einzelne Partei.

Die Aufregung in den letzten Tagen hat zwei Gründe:

  • Erstens die Erkenntnis: Die Umsetzung des Ratsbeschlusses schreitet voran. Nächste Maßnahmen wurden vorbereitet und umgesetzt. Aber nicht alle Gegner haben sich überzeugen lassen. Manche führen Debatten von gestern.
  • Zweitens die Sorge ernst zu nehmender Mahnerinnen und Mahner, wirklicher Umweltschützerinnen und Umweltschützer mit Leidenschaft. Zu Recht fordern sie, dass Tier- und Artenschutz ernst genommen werden. Genau das ist von unabhängigen Gutachterinnen und Gutachtern sorgfältig untersucht worden. Auf dieser Grundlage wurden geeignete Standorte im Münsterwald gefunden. Ungeeignete Standorte im Münsterwald, wie auch woanders im Stadtgebiet, wurden ausgeschlossen.

Ein Windrad spart rund 1000mal mehr CO² ein, als die Bäume auf der entsprechenden Fläche auf-nehmen können. Der Münsterwald hat eine Fläche von 200 Hektar und ist in weiten Teilen ein reiner Fichtenwald. Insgesamt hat Aachen 3000 Hektar Wald. Ein Tausendstel dieser Fläche wird durch die Windkraftanlagen verloren gehen. Das kann man vertreten und bedeutet keine Zerstörung des Waldes oder der Landschaft.

Landschaftszerstörung findet im Braunkohletagebau statt. Die gigantischen Kohlegruben im rheinischen Revier haben tausenden Menschen ihre Heimat genommen. Hunderte Häuser, ganze Ortschaften wurden einfach weggebaggert, Natur wurde unwiederbringlich zerstört.

Wer die verheerende und irreparable Landschaftszerstörung nicht will, muss umdenken. Die nächsten Generationen dürfen nicht aus unserem Blick fallen, denn auch sie wollen und sollen von den Schätzen der Natur profitieren. Auch die ehrlichen Waldschützerinnen und Waldschützer müssen sich fragen, mit wem sie ein Bündnis eingehen.

Atom und Kohle sind keine Alternativen

Das Argument „Erneuerbare JA, aber nicht vor MEINER Haustüre“ war das häufigste bei den Bürgerbeteiligungen. Wir brauchen den Wind! Wir brauchen die Windkraft! Alles andere als Erneuerbare Energie wird die Zerstörung unseres blauen Planeten vorantreiben.

Der Umstieg auf Erneuerbare Energie schützt auf Dauer Klima, Wald und Tierwelt. Kohle und Atom zerstören. Die Errichtung von vier Windrädern im Aachener Norden und sieben Windrädern im Münsterwald ist die richtige Antwort auf die Frage, wie wir unseren Energiebedarf decken. Bis heute werden von der STAWAG bereits 28 Mio kWh Strom aus Windkraftanlagen erzeugt. Die neuen hocheffizienten Windräder auf Aachener Stadtgebiet werden einen weiteren erheblichen Beitrag für die Stromversorgung unserer Bürgerinnen und Bürger leisten. Sie müssen kommen und sie werden kommen.

Alle Bürgerinnen und Bürger tragen gemeinsam die Verantwortung, zusammen mit Politik und Verwaltung. Die existenzielle Aufgabe anlässlich von Klimawandel und notwendiger Klimaanpassung heißt „Verlässliche Energieversorgung für Aachen meistern“.

Die Energiewende findet hier vor Ort statt, auch im Münsterwald, und zwar mit breiter gesellschaftlicher und politischer Akzeptanz. Warum Wind und Sonne, warum nicht Kohle und Atom – will jemand ernsthaft diese Frage stellen? Sehnt sich jemand nach weiteren Kohlegruben und atomaren Risiken? Wohl kaum. Dann muss man ehrlich feststellen: es geht um das „Wie“, schon lange nicht mehr um das „Ob“.

Weitere Informationen, Veranstaltungshinweise und Diskussionsbeiträge finden sich immer tagesaktuell auf unserer Homepage oder diskutiert mit uns auf facebook.“

Katrin Feldmann und Ludger Eickholt
Parteisprecherin und Parteisprecher der GRÜNEN OV Aachen

Fakten und Hintergründe zur Windenergie im Münsterwald

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