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26.11.2009

Campus Melaten: Satzungsbeschluss am 16. Dezember

Der Campus Melaten ist eines der wichtigsten Zukunftsprojekte der Stadt Aachen. Auf einer Gesamtfläche von 270.000 qm entsteht einer der größten technologieorientierten Campusbereiche in Europa. In einem Zeitraum von sechs bis acht Jahren werden sich nach Schätzungen der Hochschule bis zu 100 nationale und internationale Unternehmen in diesem Gebiet ansiedeln. Eine gute Zukunftsperspektive für Aachen und die StädteRegion.

Das Land hat die Flächen in Melaten bereits in den 60er Jahren erworben. Im Jahr 2007 hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) einen städtebaulichen Wettbewerb durchgeführt. Die Ergebnisse dieses Wettbewerbs sind in ein Bebauungsplanverfahren eingeflossen.

Grundsätzlich hätte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb auch ohne ein Bebauungsplanverfahren Baurecht für die Hochschulerweiterung bekommen. Durch das „freiwillige“ Bebauungsplanverfahren ist es der Stadt und dem BLB jedoch gelungen, die Bebauung zu optimieren. Die Nutzung regenerativer Energien sowie hohe gestalterische Ansprüche an die zu bauende Architektur wurden in der Planung berücksichtigt. Eine effiziente Ausnutzung der überbaubaren Flächen hat dazu geführt, dass der Landschaftsverbrauch minimiert wurde.

Verkehrsanschließung Campus Melaten


Von besonderem öffentlichen Interesse im Bebauungsplanverfahren war aber auch die Frage: Wie wird der Campus Melaten verkehrstechnisch erschlossen? Welche Auswirkungen hat die Erschließung auf die umliegenden Wohngebiete?

Hierzu wurden umfangreiche Verkehrsgutachten durchgeführt. Eine Simulation der Verkehrssituation hat aufgezeigt, dass eine Erschließung des Gebietes sowohl von Norden als auch von Süden notwendig ist, um insbesondere Schleichverkehre durch das angrenzende Wohngebiet Hörn zu vermeiden.

Die Erschließung erfolgt durch einen Boulevard, der C-förmig von Norden nach Süden verläuft. Entlang des Boulevards verläuft eine durchgehende Fuß- und Radwegeverbindung, auch ist im Bebauungsplan eine parallel zum Boulevard verlaufende Trasse für eine schienengebundene Anbindung des Gebiets vorgesehen.

Viele Alternativen geprüft


Der ursprünglich im Siegerentwurf des Wettbewerb vorgesehene Verlauf dieses Boulevards und sein Anschluss im Süden an den Pariser Ring wurde nach intensiven Verhandlungen der Verwaltung mit der Hochschule und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb zugunsten einer Variante 2 verändert, die den Einschnitt in das Rabenteil deutlich minimiert hat. Der Favorit aus ökologischer Sicht war die von den GRÜNEN ins Gespräch gebrachte Variante 3. Diese Variante ist allerdings rechtlich und technisch nicht umsetzbar. Zudem fand dieser Vorschlag keine Zustimmung der Hochschule und des Bau- und Liegenschaftsbetriebs und keine Mehrheit in den politischen Gremien. So wurde die Variante 2 Grundlage des Bebauungsplans.

Parallel zum laufenden Bebauungsplanverfahren hat die Stadt allerdings weiter Gespräche mit der Hochschule und dem BLB geführt, um – wie im Koalitionsvertrag von GRÜNEN und CDU festgehalten – alle Möglichkeiten auszuschöpfen, einen mehrheitsfähigen alternativen Verlauf der Campuserschließung zu entwickeln, der den durch die Variante 2 verbleibenden Einschnitt in das Rabental weiter reduzieren oder vermeiden sollte.
 
In der Diskussion stand eine abgeänderte Variante 2. Die Prüfung dieses alternativen Verlaufs hat ergeben, dass unter diesem Straßenverlauf unterirdische, raumhohe  Versorgungsschächte des Klinikums und der anliegenden Forschungseinrichtungen verlaufen. Wegen dieser Schächte ist der Bau einer Straße technisch nicht möglich.

Die GRÜNE Fraktion hat in ihrer Sitzung am 16. November das Ergebnis dieser neuerlichen Prüfung zur Erkenntnis genommen. Die Mehrheit der Fraktion war der Meinung, dass nun der Punkt erreicht sei, an dem weitere Prüfungen keinen Sinn mehr machen. In den vergangenen Monaten hat die Verwaltung viele Anregungen grüner Mitglieder in das Planungsverfahren aufgenommen und geprüft. Insbesondere die GRÜNEN in Laurensberg haben mit sehr viel Engagement nach alternativen Verläufen für den Boulevard gesucht und tun dies immer noch.

Totale Bebauung des Rabentals vermieden


Der jetzt vorliegende und auch auf grüne Anregung hin mehrfach weiterentwickelte Siegerentwurf aus dem Wettbewerb vereint eine hohe städtebauliche Qualität mit einer weitgehenden Schonung der Landschaft, da er einer der wenigen Entwürfe ist, der eine direkte Bebauung des Rabentals ausschließt. Das Hochschulerweiterungsgebiet erstreckt sich bis zum Gut Melaten und hätte durchaus bebaut werden können. Dies konnte durch den vorliegenden Bebauungsplan verhindert und so große Teile des Rabentals von Bebauung freigehalten werden. Verschiedene Entwürfe des Wettbewerbs – auch solche mit reiner Norderschließung des Campus Melaten – hatten hier eine weitreichende Bebauung vorgesehen, teilweise bis dicht an das Gut Melaten heran. Damit wäre das Rabental völlig von der Hörn abgetrennt worden.

Alle Möglichkeiten ausgeschöpft


Die GRÜNEN haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um den Landschaftsverbrauch und den Landschaftseingriff so gering wie möglich zu halten und dennoch das Projekt zu verwirklichen

Die GRÜNEN stehen in der Verantwortung, dass eines der wichtigsten Zukunftsprojekte der Stadt, ohne weitere Verzögerungen auf den Weg gebracht werden kann.

DIE GRÜNE Fraktion wird nach den jetzt vorliegenden Eingaben zum Bebauungsplan und deren Abwägung durch die Verwaltung dem Satzungsbeschluss in der Dezember Ratssitzung zustimmen.

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