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19.11.2013

Kaltluftschneisen nicht verhandelbar

"Die Luftqualität gerade in Aachens Innenstadt steht und fällt mit den Kaltluftschneisen", sagt die umweltpolitische Sprecherin Sabine Göddenhenrich.

Die gestrige Fraktionssitzung der GRÜNEN bot Anlass für eine kontroverse Diskussion: Geladen waren Vertreter der evangelischen Kirche, um einen geplanten Grundstücks-erwerb und Kirchenneubau an der Vaalser Straße vorzustellen. Die Kirche, die stadt-auswärts Richtung Steppenberg gegenüber vom Westfriedhof gebaut werden soll, dient der Zusammenlegung der Gemeindezentren Arche und Dietrich-Bonhoeffer-Haus.

Die geplante Bebauung des Grundstücks am angrenzenden Dorbachtal sehen die GRÜNEN als so nicht machbar, sagt die umweltpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion, Sabine Göddenhenrich und zitiert aus der Ratsvorlage für den Planungsausschuss: „Das Dorbachtal ist laut gesamtstädtischem Klimagutachten ein klimatisch hoch wirksamer und sensibler Raum. Dieser soll von Bebauung freigehalten werden. Das Dorbachtal gehört mit seinen weitläufigen Hangflächen im Bereich des Aachener Waldes zu den als Kaltluftschneisen besonders wirksamen Bachtälern des Aachener Talkessels.“

Das bedeutet konkret, dass – in Kombination mit den Flächen des Westfriedhofs – Kaltluft aus dem Westen Aachens in Richtung Norden transportiert wird und nicht nur diesen Bereich, sondern die gesamte Innenstadt mit frischer Luft versorgt. Das gesamtstädtische Klimagutachten Aachen gibt für den Bereich des Plangebietes daher die Empfehlung „Bebauungsgrenzen sind streng einzuhalten“, d.h. im Klartext, die Fläche ist von Bebauung freizuhalten.

Für das Stadtklima unverzichtbar

„Kaltluftschneisen sind von besonderer Bedeutung für eine Stadt in Talkessellage, wie Aachen es ist“, so Sabine Göddenhenrich weiter. „Angesichts des Klimawandels wird mit einer zunehmenden Zahl heißer und besonders heißer Tage im Sommer zu rechnen sein. Insbesondere bei Inversionswetterlagen kommt es zu einer deutlichen Verschlechterung der Luftqualität in der Innenstadt, so dass die Aufenthaltsqualität für die Innenstadtbewohner deutlich leidet.“ Dies sei bei jeder Bebauung an den Außenrändern der Stadt dringend zu beachten.

Dazu kommt, dass die bisher als Grünfläche eingetragene Fläche eine Ausgleichsfläche für die Justizvollzugsanstalt an der Krefelder Straße ist. Für eine glaubwürdige zukünftige Stadtplanung ist es wichtig, einmal ausgewiesene Ausgleichsflächen zu erhalten und nicht durch neue Bebauung zu belasten. Als letztes Argument fügt die grüne Ratsfrau hinzu: „Außerdem ist der Boden im Plangebiet als besonders schutzwürdig einzustufen und die Bachaue besitzt eine große ökologische Bedeutung.“

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