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15.06.2020

Freie Kultur in Corona-Zeiten

Sibylle Keupen, GRÜNE Oberbürgermeisterkandidatin für Aachen zum Thema "Freie Kultur auch in Corona-Zeiten".

Bühne frei für Musik und Kunst aus Aachen   

Stellen wir uns das mal vor: der Katschhof als Corona-konforme Bühne für Aachener Bands und Kulturschaffende. Das wäre ein echtes Zeichen und eine konkrete Hilfe für die lokale Kulturszene in Aachen. Gerade der Katschhof ist super, denn ein geordneter Zulauf und die vorgeschriebenen Abstandsregeln ließen sich gut umsetzen, genauso wie an anderen abgrenzbaren Orten.

Weniger Zuckerwatte – mehr echte Kultur 

Weniger Zuckerwatte und mehr echte Kunst und Kultur, so stellt sich die Oberbürgermeister-Kandidatin für die Aachener GRÜNEN, Sibylle Keupen, das „Corona-Septemberspecial" vor. So war es ja auch ursprünglich gedacht: viele Spielorte für die Künstler und Künstlerinnen aus Aachen und Umgebung.

Inzwischen ist jedoch nur noch von Jahrmarkt und Schausteller*innen die Rede und die lokale Musikbands dürfen allenfalls als Marchingbands Atmosphäre schaffen - falls alle ihre Instrumente auch tragen können. Und wie soll man als herumlaufende Musiker*innen Geld verdienen?

Kultur braucht echten Raum in der Mitte unserer Stadt 

Sibylle Keupen: „Keine Auftritte heißt keine Einnahmen – viele stehen vor dem Aus. Ich will, dass die Künstler*innen Rückendeckung bekommen und Geld verdienen können. Handgemachte Musik darf nicht als schmückendes Beiwerk enden. Nicht in Aachen. Die Kultur braucht einen echten Raum, in der Mitte unserer Stadt." Picknickkonzerte wie in Herzogenrath und die geplante Sommernacht mit Theater im Hangeweiher zeigen: öffentliche Konzerte sind trotz Corona möglich. Den Akteur*innen ist immer noch am liebsten: gesehen werden und für ihre Kunst Anerkennung und Geld bekommen.

Sibylle Keupen: „Ich kenne die Notlagen" 

Sibylle Keupen weiß um die Notlagen in der freien Kulturszene wie kaum eine andere. Durch die jahrzehntelange Leitung der Bleiberger Fabrik ist sie tief in Aachens Kulturwelt verwurzelt. „Finanziell ist die Szene extrem unter Druck. Die freien Kunstschaffenden fallen fast immer durch die Netze, wenn es darum geht, Fördergeld zu bekommen. Der Rettungsschirm schützt da keineswegs alle."

Die Szene verdient eine gerechtere Kulturförderung 

Die Zusammenarbeit von Stadt und Szene muss vielfältiger, gerechter und verbindlicher werden. KASte, das städtische Förderprogramm für die freie Kulturarbeit, ist dafür ein guter Ausgangspunkt.

Sibylle Keupen: „Freie Künstler brauchen verlässliche Partner*innen in der Verwaltung, die kreative Lösungen finden und dafür sorgen, dass die Plätze nicht mit Riesenrädern und Zuckerwattebuden zugestellt werden. Notrufe wie der offene Brief von Lagerfeuer Trio sind Weckrufe für uns als Kulturgemeinschaft: da läuft etwas schief. Ich will einen neuen und wertschätzenden Blick auf die vielen kleineren Kulturschaffenden in unserer Stadt richten."

Machen wir es möglich! 

Machen wir es unseren Künstler*innen möglich. Die neue Corona-Schutzverordnung öffnet weitere Spielräume. Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmer*innenzahl im Frankenberger Park, im Westpark oder in der Innenstadt sollten möglich sein. Bühne frei für Lagerfeuer Trio und Co.!

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