Suche
07.02.2019

Fridays for Future: „Für welche Welt sollen wir lernen?“

Die Initialzündung für die „Fridays for Future“-Proteste ging von der Schwedin Greta Thunberg aus. Seit Monaten streikt die 16jährige Klima-Aktivistin freitags, um für echten Klimaschutz zu kämpfen. Auch in Aachen versammeln sich immer mehr junge Menschen, um ihr Recht auf Zukunft und eine intakte Umwelt einzufordern.

 

Hierzu erklärt Sebastian Breuer, Parteivorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Aachen:

„In den letzten Jahrzehnten wurde der Jugend häufig unpolitisches Denken sowie mangelndes Engagement vorgeworfen. Die „Fridays for Future“-Bewegung spricht eine völlig andere Sprache.

Viele junge Menschen sind sehr interessiert an den Themen unserer Zeit. Sie sind wütend auf eine Politik, die sich nicht engagiert für die längst überfälligen Entscheidungen im Umwelt- und Klimaschutz. Wir können es daher nur unterstützen, wenn Jugendliche kritisch den Finger in die Wunde legen. Sie appellieren an die Bundesregierung und die verantwortlichen Politiker*innen, endlich effektive und konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz einzuleiten.“

 

„Für welche Welt sollen wir lernen?“

Fjorela Jaupi, derzeit Schülerpraktikantin bei Bürgermeisterin Hilde Scheidt, kommentiert: „Ich bin Fjorela Jaupi, 16 Jahre alt, und finde diese Initiative mutig. Es macht mich stolz, dass meine Generation so etwas macht und dass ich dabei bin. Es macht mich stolz, dass wir versuchen, unsere Zukunft zu retten. Es gibt einen Grund, warum Schüler*innen sich entschieden haben, freitags während der Schulzeit zu streiken. Es wäre nicht gleich wichtig, wenn wir diese Aktion samstags oder sonntags machten. Die Medien und die Regierung würden sich nicht gleich stark interessieren. Jetzt werden wir aber von allen gehört.

Aktuell werden in Deutschland Halbjahreszeugnisse vergeben. Die Schüler*innen haben sich entschieden, dieses Mal der Bundesregierung Zeugnisse zu schreiben! Sie bewerten die Arbeit der Regierung in Klimafragen. Und die Noten sind alle sehr schlecht. Zum Beispiel bei „Kohle stoppen“ hat unsere Regierung die Schulnote 6.

Warum sollten wir für eine Zukunft lernen, die es vielleicht nicht mehr geben wird, wenn wir jetzt nichts ändern? Die ältere Generation hat ohne uns über unsere Zukunft entschieden. Wir streiken gemeinsam, um ein Zeichen zu setzen. Wir wollen zeigen, dass wir hier sind und wir sind laut, weil wir keine Zeit mehr haben! Wir streiken, bis die Politik handelt! Erwachsene und Politiker*innen sollten dankbar sein anstatt sich zu beschweren. Schließlich geht es bei „Fridays for future“ um etwas, das alle angeht: Die Zukunft.“

 

Bürgermeisterin Hilde Scheidt freut sich über das Engagement der Schüler*innen: „Gretas Engagement steckt an und das ist gut so. In rund 50 deutschen Städten gehen engagierte junge Menschen und verantwortungsvolle Bürger aller Altersgruppen für den Klimaschutz auf die Straße und setzen damit ein öffentliches Zeichen.

Dieses Engagement macht Mut und freut mich sehr. Wir müssen die junge Leute ernst nehmen mit ihrem Anliegen und endlich etwas tun, damit ihre Zukunft gesichert ist, denn der Klimawandel ist längst eine reale Bedrohung.”

 

Jöran Stettner, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion: „Jahrelang haben die Parteien in Regierungsverantwortung auf Bundes- und Landesebene und in der Kommunalpolitik das Thema Klima- und Umweltschutz nicht wirklich ernst genommen. Notwendige Entscheidungen, wie beispielsweise der endgültige Kohleausstieg, wurden immer weiter hinausgezögert.

Es ist aber die Zukunft der jüngeren Generation, die durch diese nachlässige Verzögerungs- und Lobbypolitik zerstört wird. Wir sollten den Protest der Schüler*innen als das sehen, was es ist – ein Musterbeispiel demokratischer Partizipation junger Menschen.“

Suche