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17.06.2021

Landeseigene Gebäude in der Kármánstraße werden meistbietend versteigert

Drei Gründerzeithäuser in der Kármánstraße 9-11, die dem landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB) gehören, werden aktuell in aller Stille auf Immoscout versteigert.


Alle drei Gebäude sind denkmalgeschützt und stehen bereits seit 2016 leer, seit Teile der Hochschulverwaltung, einige Institute und die Fachschaften dort ausgezogen sind.
Die Gebäude sind sanierungsbedürftig und die potentiellen Bieter*innen werden verpflichtet, auf 60% der Fläche geförderten Wohnraum zu schaffen. Es sind also nach dem Kauf hohe Investitionen nötig. Die Stadt Aachen wurde jedoch vor der öffentlichen Versteigerung von der BLB nicht einmal informiert.


Für Sebastian Breuer, wohnungspolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion, und Oliver Krischer, dem Aachener Bundestagskandidaten, ist das ein Skandal: "Dass landeseigene Gebäude in so zentraler Lage überhaupt jahrelang leer stehen, obwohl wir in Aachen eine akute Wohnungsnot haben, ist schon eine Katastrophe für sich", so Sebastian Breuer. Dass die Häuser jetzt auch noch versteigert werden, ohne der Kommune die Objekte vorher anzubieten, mache die Situation jedoch noch schlimmer. Ein Landesbetrieb habe schließlich eine Pflicht, auf drängende wohnungspolitische Probleme verantwortlich zu reagieren. Da kann der Profit nicht das einzige Ziel sein.


Leider geschieht das so auch nicht zum ersten Mal: Die BLB besitzt einige Liegenschaften in der Stadt Aachen, die leerstehen. Andere sind bereits verkauft worden – und bleiben teilweise weiterhin unbewohnt. Oft sind den Investoren die Renovierungskosten dann doch zu hoch, die Gebäude werden nicht genutzt und stehen dem Wohnungsmarkt weitere Jahre nicht zur Verfügung. So verschärfen sich langfristig die hohen Miet- und Bodenpreise weiter, obwohl eigentlich Wohnungen da sind – nur leider nicht für die Menschen.


"Ich erwarte von der BLB, dass sie gemeinsam mit der Stadt Aachen eine Strategie entwickelt, wie solche Immobilien im öffentlichen Besitz sinnvoll genutzt werden können," betont auch Oliver Krischer. "Armin Laschet trägt dafür die poilitischer Verantwortung. Wir brauchen Lösungen, wie man diesen Wohnraum Studierenden und anderen Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung stellen kann."

 

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