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02.10.2019

Soziale Stadt: Forst, Schönforst und Driescher Hof voranbringen

Video: Giana Haass und Johannes Hucke stellen den Antrag „Soziale Stadt Forst“ vor.

In Aachen wurde das Programm „Soziale Stadt“ bereits zweimal beantragt und sehr erfolgreich umgesetzt: Während die Förderung für das Gebiet im Norden der Stadt noch bis 2020 läuft, ist Aachen-Ost rund um Rothe Erde aus Fördersicht beendet. Jetzt soll nach Ansicht der GRÜNEN ein Anschlussprogramm auf den Weg gebracht werden – diesmal für den Stadtteil Forst.

Bestehende Strukturen aufgreifen und ausbauen

„Mit unserem Ratsantrag „Folgeprojekt im Rahmen des Programms ‚Soziale Stadt‘“ möchten wir, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, als nächstes den gesamten Bereich rund um Forst, Schönforst und Driescher Hof zu fördern“, stellt Johannes Hucke, sachkundiger Bürger für die GRÜNEN im Planungsausschuss, den Antrag vor. Viele Ideen dazu hat er schon – von baulichen Maßnahmen über neue Energiekonzepte, Nachverdichtung von Wohnraum, dem Entwickeln sozialer Konzepte und gemeinschaftlicher Begegnungsräume. „Dieses Gebiet ist sehr gut für das Programm geeignet. Es gibt bereits Strukturen, die man gut ausbauen kann und viel Potenzial, das es zu fördern gilt.

Konkrete Maßnahmen könnten sein:

  • Verkehrsinfrastruktur, besonders Fuß- und Radwegenetze zu verbessern, sicherer zu machen und durchgängig zu gestalten,
  • Nachverdichtung von Wohnungsbau,
  • Neubau von Wohnungen z.B. auf dem Areal des ehemaligen Betonwerk Grünzig,
  • den vorhandenen Wohnungsbau – wo erforderlich – zu modernisieren und energetisch aufzurüsten,
  • die sozialen, integrativen und Bildungsangebote insbesondere für Kinder auszubauen und zu vernetzen,
  • die Neuansiedlung von Unternehmen zu fördern und den Einzelhandel zu stützen,
  • die sogenannte Forster Mitte attraktiver zu machen,
  • den Driescher Hof mit eigenem lebendigem Quartierszentrum zu stärken und weiterzuentwickeln.

Mit dem Menschen vor Ort planen

„Bei der Planung werden immer die Bewohner*innen, Geschäftsleute und andere Akteur*innen des Stadtteils mit einbezogen“, weiß Architekt Hucke. „Wichtig ist, dass solche Förderprojekte verstetigt werden, sprich: auch nach Auslauf der Förderung weitergeführt werden. Das hat Aachen bisher sehr gut hinbekommen.“

„In Aachen Ost und Nord wurden viele Prozesse angestoßen, die bis heute fortgeführt werden. Dazu gehört etwa die Einrichtung eines Stadtteilbüros, das als direkte Ansprechstelle im Stadtteil, jenseits von „Behördenschwellen“, fungiert“, erklärt Giana Haass, die als sachkundige Bürgerin der GRÜNEN den Prozess im Aachener Norden noch begleitet. „Dazu gehören auch regelmäßige Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche, Erziehungsangebote für Eltern, das Schaffen von Spiel- und Bolzplätzen, von Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität und nachbarschaftlichen Treffpunkten wie etwa dem Kennedypark.“

Integration und Identifikation

Als Herzstück gilt in Rothe Erde die Sanierung und der Umbau der Nadelfabrik zum „Haus der Identität und Integration“. Hier haben sich neben dem Stadtarchiv etliche für den Stadtteil wichtige Organisationen niedergelassen. Nadelfabrik und Kennedypark bieten viele Nutzungsmöglichkeiten und ziehen zahlreiche Menschen zu Veranstaltungen an – mit Strahlkraft weit über Aachen-Ost hinaus.

Giana Haass: „Insgesamt wurden 400 verschiedene Projekte umgesetzt. Das alles führt in seiner Gesamtheit zu mehr Teilhabe, sorgt für bessere Integration und Identifikation mit dem Viertel.“ In Aachen-Nord zeichnet sich eine ähnlich positive Entwicklung ab. Mit der Einrichtung des Depots in der Talstraße gibt es hier auch eine zentrale und offene Institution. Theater- und Kulturinitiativen wie auch Kirchengemeinden machen zahlreiche Angebote für Jung und Alt. Wohnraum wurde massiv gefördert, ausgebaut und saniert. Viele Plätze wie der Rehmplatz wurden aufgewertet und laden heute die Anwohner*innen zum Verweilen ein.

Zum Ratsantrag geht es HIER.

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