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27.04.2021

Aachen erreichbar: Schneller und zuverlässiger Nahverkehr für Aachen

Ratsantrag 21 /2021

die Fraktionen von Grünen und SPD beantragen, im zuständigen Fachausschuss und gegebenenfalls im Rat folgenden Beschluss zu fassen:

Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit der ASEAG einen Maßnahmenplan zur Beschleunigung und Steigerung der Zuverlässigkeit des Aachener ÖPNVs zu entwickeln und zum Beschluss vorzulegen.

Ziele innerhalb Aachens sollen besser mit dem ÖPNV erreicht werden können. Es soll eine Steigerung der Fahrgastzahlen um mindestens 30% in den nächsten 5 Jahren angestrebt werden. Der Maßnahmenplan soll enthalten:

  • Die Achsen des ÖPNV-Hauptnetzes werden dahingehend geprüft, in welchem Umfang Fahrzeit und Zuverlässigkeit durch eine Einrichtung von Busspuren verbessert werden können. Das Ergebnis wird in einer Liste zusammengefasst. Diese Liste enthält eine Ersteinschätzung der Umsetzbarkeit.
  • Die kurzfristige Einrichtung von provisorischen Busspuren mit einfachen Mitteln wird geprüft. Darunter wird z.B. die Umnutzung bestehender Fahrspuren als Busspuren durch Änderung der Fahrbahnmarkierungen verstanden.
  • Es werden alle Ampelkreuzungen, die vom Linienverkehr überquert werden, dahingehend überprüft, in welchem Umfang Fahrzeit und Zuverlässigkeit mittels Busschleusen verbessert werden können. Das Ergebnis dieser Prüfung wird in einer Liste zusammengefasst.
    Die bestehenden Bevorrechtigungen des ÖPNVs an Ampelanlagen werden überprüft und gegebenenfalls kurzfristig optimiert.
  • Alle Ampelkreuzungen, die vom Linienverkehr überquert werden, werden dahingehend überprüft, in welchem Umfang Fahrzeit und Zuverlässigkeit durch eine Vorrangschaltung zur Beschleunigung des Nahverkehrs verbessert werden können. Das Ergebnis wird in einer Liste zusammengefasst.
  • Eine Beschleunigung des Umbaus von Haltestellen zu barrierefreien Fahrbahnrandhaltestellen wird vor dem Hintergrund dieses Antrags überprüft.
  • Die Verwaltung ermittelt für jeden Maßnahmenbereich (Busspuren, Busschleusen, Vorrangschaltung an Ampeln, Bushaltestellen) einen groben Ausblick auf den Finanzbedarf und schlägt eine Priorisierung vor.
  • Die Erarbeitung des Maßnahmenplans soll schrittweise erfolgen. Offensichtlich dringende Maßnahmen sollen als erste erarbeitet werden.


Begründung:

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist eine wichtige Säule der Mobilität der Aachener:innen. Ihm kommt bei der Bekämpfung der Mobilitätsarmut, des Lärms, des Flächenverbrauchs, der Luftverschmutzung und des Klimawandels eine herausragende Bedeutung zu. Der ÖPNV kann daher ein mächtiges Werkzeug zur Gestaltung eines lebenswerten Aachens sein, das es gemeinsam mit dem Umweltverbund insgesamt zu stärken gilt.
Auch mit einer zukünftigen Regio-Tram wird das Aachener Busnetz weiterhin einen Großteil des Nahverkehrs aufnehmen müssen. Es muss daher für die Zukunft fit gemacht werden. Dieses Ziel verfolgt auch die „Vision 2027“ der ASEAG, die durch den beantragten Maßnahmenplan ergänzt werden soll.

Um den Umstieg von mehr Aachenerinnen auf den ÖPNV zu fördern, muss die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auto verbessert werden. Aus der aktuellen Forschung ist bekannt, dass eine Verkürzung der Fahrzeit ein wesentlicher Anreiz für den Umstieg auf den ÖPNV ist. Kürzere Fahrzeiten und eine höhere Zuverlässigkeit mit weniger Verspätungen müssen im Sinne einer guten Erreichbarkeit der Ziele innerhalb Aachens kurzfristig in Angriff genommen werden. Dies ist ein maßgeblicher Beitrag zur Stadtentwicklung und zum Klimaschutz. Durch diese Verbesserungen kann auch die Teilhabe der Aachener:innen am gesellschaftlichen Leben gestärkt werden. Arbeitsstellen, Bildungsangebote, Freunde und Familie, Hobbys, usw. werden besser erreichbar und die Chancengleichheit derjenigen, die auf den ÖPNV angewiesen sind, gestärkt.

Bei den Arbeitspunkten Fahrzeit und Zuverlässigkeit zeigt sich wieder einmal, dass für eine Förderung des ÖPNV Prioritäten gesetzt werden müssen. Die Flächen im städtischen Raum sind begrenzt und können offensichtlich nur einmal vergeben werden. Gleiches gilt für die Grünzeiten an den Kreuzungen des Aachener Straßennetzes. Die Pläne der Stadt Aachen weisen schon seit langer Zeit darauf hin, dass wesentliche Verbesserungen nur mit mehr Busspuren und weiteren Ampel-Vorrangschaltungen erreicht werden können.

 

Michael Servos
Fraktionsvorsitzender
SPD-Fraktion

Monika Wenzel
Fraktionsvorsitzende
Grünen-Fraktion

Ye-One Rhie
Mobilitätspolitische Sprecherin

SPD-Fraktion
Henning Nießen
Mobilitätspolitischer Sprecher
Grünen-Fraktion


Zum Antrag als PDF


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