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04.02.2021

ÖPNV Konzept

Ratsantrag 06/2021

Die Fraktionen von GRÜNE und SPD beantragen im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:

Die Verwaltung wird beauftragt, eine Neukonzeption des ÖPNV-Angebots in Aachen unter Hinzuziehung externer Verkehrsplaner*innen, zu erstellen. ASEAG sowie das vom AVV beauftragte ÖPNV-Gutachten sind mit einzubeziehen. Ziel ist eine Steigerung der Fahrgastzahlen um mindestens 30% in den nächsten 5 Jahren.

Ausgangspunkt ist die Erweiterung des heutigen Systems. Kern der Neukonzeption ist die Ergänzung des Bushofs um weitere geeignete Umsteigeknoten sowie einer Stärkung des Angebots tangentialer Direktverbindungen. Die in wenigen Jahren neu entstehenden Verknüpfungspunkte Bus/Schiene (Südausgang Hauptbahnhof, Haltepunkte Richterich, Walheim, Schmithof, Breinig) sowie die mögliche Realisierung der RegioTram werden dabei mit einbezogen.

Folgende Bausteine werden in der Neukonzeption konkretisiert:

  • Verteilung der Linien auf mehr Verkehrsachsen anstelle der heutigen starken Bündelung
  • Taktverdichtungen
  • Verschlingung von Linien mit einer Vielzahl von Umsteigemöglichkeiten
  • Weitere Schnellbuslinien
  • Ergänzende dezentrale Umsteige-Knotenpunkte an Bahnhöfen außerhalb des Zentrums
  • Mobilitätsknoten am heutigen West Bahnhof / Republikplatz zwischen Campus Innenstadt / und Campus West
  • Tangentialverbindungen zwischen den Stadtbezirken
  • Konsequente Umsetzung und Erweiterung des Citytakt-Achsen-Konzepts
  • Verkürzung langer Umsteigewege an allen Knotenpunkten
  • Beschleunigungsmaßnahmen (Busspuren/-schleusen, starke LSA-Bevorzugung)
  • Mobilitätshubs und Mobilstationen
  • On-Demand-Angebote als Zu-/Abbringer zu Linienverkehren
  • Umsetzung von weiteren Teilen der ASEAG Vision 2027

Ziel ist es, deutlich mehr Siedlungs- und Gewerbebereiche schneller und häufiger mit dem ÖPNV erreichbar zu machen. Reisezeit und Angebotsdichte sollen den ÖPNV mit dem Auto konkurrenzfähig machen.

Bushof und Elisenbrunnen werden mit ihrer Nähe zu Altstadt, Fußgängerzonen, VHS, Bücherei und vielen Geschäften weiterhin stark nachgefragte Ziele für Fahrgäste sein. Deshalb soll die Neukonzeption Vorschläge entwickeln, wie die Lage der Haltestellen zwischen Hansemannplatz und Franzstraße stadtverträglich optimiert werden kann.

Da starke Pendlerströme die Stadtgrenzen überschreiten, soll mit der Städteregion Aachen zusammengearbeitet werden.

Die Neukonzeption soll ab einem bestimmten „Reifegrad“ der Politik vorgestellt und auch mit der Bürgerschaft im Rahmen von geeigneten Beteiligungsformaten ausführlich diskutiert werden. 

Begründung: 

Die Mobilitätswende in Aachen ist aus solidarisch-gesellschaftlicher, ökologischer und aus städtebaulicher Sicht unverzichtbar. Das Ermöglichen von gesellschaftlicher Teilhabe und die Bekämpfung des Klimawandels (Einhalten eines definierten CO2-Restbudgets) kann nur mit einem starken ÖPNV gelingen. Um die hierfür dringend benötigte Reduzierung des MIV in der Innenstadt zu erreichen, sind attraktive Alternativen für die Bürger*innen erforderlich.

Neben der Stärkung des Radverkehrs braucht es ökologisch verträgliche Massenverkehrsmittel. So kommt dem ÖPNV eine Schlüsselrolle bei der Umstrukturierung der Mobilität zu. Aktuell ist das ÖPNV-System im Aachener Stadtzentrum an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Um die nötigen Fahrgaststeigerungen zu erreichen braucht es daher ein umfassendes ÖPNV-Konzept. Um auch einen wesentlichen Teil der rund 90.000 Auto-Pendler*innen zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen braucht es die Einbeziehung des Umlands.

 

Monika Wenzel                                                          Michael Servos                     
Vorsitzende Grüne-Fraktion                                      Vorsitzender SPD-Fraktion

 

Henning Nießen                                                        Ye-One Rhie
Mobilitätspolitischer Sprecher GRÜNE                    Mobilitätspolitische Sprecherin SPD

» Zum Ratsantrag als PDF

 

 

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