Warum wir „stolpern“ müssen
Stolpersteine sind mehr als nur kleine Messingtafeln im Gehweg. Sie holen die Geschichte aus den Geschichtsbüchern und den Museen direkt in unseren Alltag. Sie zeigen uns: Die Verbrechen des Nationalsozialismus' fanden genau hier statt: vor unserer Haustür, in unserer Nachbarschaft, in unserer Stadt.
Indem wir im Alltag über diese Namen und Schicksale „stolpern“, werden wir daran erinnert, dass Demokratie und Menschenrechte nicht selbstverständlich sind. Sie müssen jeden Tag neu gelebt und verteidigt werden. Wer die Erinnerung aus dem öffentlichen Raum tilgt, entzieht der Mahnung die Grundlage.
In Aachen funktioniert's
In Aachen funktioniert die Erinnerungskultur inmitten des Stadtgeschehens. Hier machen über 150 Stolpersteine die Geschichte im Stadtbild präsent. Sie sind Teil unserer Identität als Stadt, die sich ihrer Vergangenheit bewusst ist und daraus lernt.
Die Steine in Aachen sind nicht nur Mahnmale, sondern auch Orte der Auseinandersetzung. Sie regen Passant*innen zum Nachdenken an, führen zu Gesprächen und halten die Namen der verfolgten und ermordeten Mitbürger*innen lebendig. Dass das in Aachen funktioniert, zeigt, dass eine offene und ehrliche Aufarbeitung der Geschichte die Gemeinschaft nicht spaltet, sondern stärkt.
Erinnerung darf nicht weichen
Ich finde: Ein Stopp für Stolpersteine aus politischen Motiven ist unmöglich. Die Geschichte lässt sich nicht an einen zentralen Ort verschieben. Wir müssen über die Fehler der Vergangenheit stolpern, um eine bessere, tolerantere und gerechtere Zukunft zu gestalten.
Erinnerungskultur ist ein aktiver Prozess. Sie bedeutet, auch dann hinzusehen, wenn es unbequem ist. Wir solidarisieren uns mit allen, die sich für den Erhalt dieser wichtigen Mahnmale einsetzen – egal ob in Aachen, Heidenau oder irgendwo anders.
Was denkt ihr ?
Wie wichtig sind euch Stolpersteine in eurer Nachbarschaft? Habt ihr einen Stein in eurer Straße, der euch besonders berührt?