Ratsantrag 2026_20
die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:
Der Rat der Stadt Aachen beauftragt die Verwaltung, gemeinsam mit dem Aachener Forst, der Landwirtschaft und dem Wasserverband Eifel-Rur konkrete Maßnahmen zur stärkeren Rückhaltung von Niederschlagswasser in der Landschaft umzusetzen, um die Pegel der Fließgewässer und des Grundwassers langfristig zu stabilisieren, gerade auch in trockenen Sommern. Hierzu sollen bspw. geeignete Wiesen vernässt und Entwässerungsgräben im Wald und an landwirtschaftlich genutzten Flächen überprüft und dort, wo es sinnvoll umsetzbar ist, zurückgebaut, verschlossen oder mit geeigneten Rückhaltemaßnahmen versehen werden.
Begründung
Der Klimawandel führt auch in Aachen zunehmend zu langen Hitze- und Trockenperioden, sinkenden Grundwasserständen und niedrigen Pegeln unserer Fließgewässer. Gleichzeitig fällt Niederschlag häufiger in Form von Starkregen, sodass große Wassermengen kurzfristig anfallen und anschließend schnell aus der Landschaft abgeführt werden. Über Jahrzehnte wurde unsere Landschaft unter anderem durch Entwässerungsgräben so gestaltet, dass Wasser möglichst schnell abfließen kann, anstatt im Boden und in der Landschaft zurückgehalten zu werden.
Diese Praxis müssen wir angesichts der veränderten klimatischen Bedingungen neu bewerten und dort, wo es möglich ist, umkehren. Ziel muss es sein, die Niederschläge, die im Winter und im Frühjahr fallen, zu möglichst großen Teilen zu speichern, um sie als Vorsorge für die zunehmend trockenen Sommer zu nutzen. Indem Niederschlagswasser länger in der Landschaft gehalten wird, kann mehr Wasser versickern, zur Grundwasserneubildung beitragen und Böden sowie Vegetation in Trockenperioden länger mit Wasser versorgen. Ein höherer und stabilerer Grundwasserspiegel kann zudem dazu beitragen, die Wasserführung von Bächen und Flüssen in trockenen Monaten zu stabilisieren.
Als konkrete Maßnahmen eignen sich unter anderem das Aufstauen von Gräben und die Vernässung von Wiesen. Für Aachen bietet sich insbesondere in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und dem Aachener Forst die Möglichkeit, geeignete Entwässerungsstrukturen gezielt zurückzubauen oder für eine Wasserrückhaltung zu nutzen. Angesichts der sinkenden Pegelstände und der zunehmenden Hitze ist es notwendig, jetzt konkrete Schritte einzuleiten, damit wir uns vor einer möglichen Wasserknappheit in den kommenden Jahren schützen.
| Julia Brinner Umweltpolitische Sprecherin | Carsten Schaadt Fraktionssprecher |