Ratsantrag 2026_21
die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:
Der Rat beauftragt die Verwaltung,
- ein Konzept zur klimaresilienten Umgestaltung des Aachener Bahnhofsplatzes zu erarbeiten, mit dem Ziel die Aufheizung der Fläche zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität durch gezielte Begrünung und Beschattung zu steigern,
- die technische und finanzielle Machbarkeit von Baumpflanzungen auf dem Platz zu prüfen, insbesondere an Stellen, die gestalterisch und funktional mit der bestehenden Platznutzung sowie dem zukünftigen Trassenverlauf der RegioTram vereinbar sind,
- alternative Lösungen zur Beschattung und Kühlung zu entwickeln, falls eine dauerhafte Baumpflanzung an bestimmten Stellen aufgrund von Restriktionen für Tiefbaumaßnahmen nicht realisierbar ist (z. B. durch mobile Hochbeete, temporäre Beschattungssysteme oder vertikales Grün),
- die Ergebnisse dieser Prüfung zeitnah vorzustellen und einen konkreten Umsetzungsplan für die nächsten zwei Jahre zu erstellen.
Begründung
Der Aachener Bahnhofsplatz ist das Eingangstor für Besucherinnen und Besucher, die Aachen mit der Bahn erreichen, und wird täglich von tausenden Menschen genutzt. Aktuell dominiert hier eine graue, versiegelte Fläche, die in den Sommermonaten zu einer extremen Hitzeinsel wird und weder Aufenthaltsqualität noch Schutz vor Sonneneinstrahlung bietet.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Wunsch nach mehr Grün am Bahnhofsplatz bereits lange besteht. So wurde bereits 2014 in einer Entscheidungsvorlage die Pflanzung von zwei Bäumen vor dem Zollamtsgebäude diskutiert. Trotz der Empfehlung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte wurde dieser Vorschlag im Planungsausschuss abgelehnt (Vorlage FB 61/1119/WP16). Angesichts der massiv gestiegenen klimatischen Anforderungen und der zunehmenden Hitzeperioden ist diese Entscheidung aus heutiger Sicht nicht mehr haltbar.
Ziel der Maßnahme muss es sein, trotz der angespannten Haushaltslage effektive Lösungen für eine Begrünung und Verschattung zu finden, die keine grundlegende Umplanung des Platzes erfordern, sondern durch Änderungen im Bestand kosteneffizient umgesetzt werden können. Wenn eine dauerhafte Baumpflanzung aufgrund unterirdischer Leitungen oder baulicher Einschränkungen an einigen Stellen zu komplex oder kostenintensiv sein sollte, sollen (auch unkonventionelle) Alternativen erarbeitet werden, die dennoch effektiven Schatten spenden und die Fläche aufwerten.
| Julia Brinner Umweltpolitische Sprecherin | Carsten Schaadt Fraktionssprecher |