Ratsantrag 2026_12
die Fraktion von Bündnis 90/Die GRÜNEN beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:
Bei Eröffnungsveranstaltungen mit freiem Eintritt sowie bei weiteren Veranstaltungen ohne Eintrittsgeld soll der Kulturbetrieb künftig aktiv zu Spenden aufzurufen, sofern der organisatorische und personelle Aufwand für die Sammlung der Spenden geringer ist als die zu erwartenden Einnahmen. Die gesammelten Spenden sollen der jeweiligen Einrichtung zugutekommen.
Begründung
Kostenfreie Kulturveranstaltungen leisten einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Teilhabe und zur Öffnung des Angebots für ein breites Publikum. Gleichzeitig entstehen auch bei Veranstaltungen mit freiem Eintritt Kosten, etwa für Organisation, Technik, Personal oder Künstlerhonorare.
Ein freiwilliger Spendenaufruf bietet Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, ihre Wertschätzung für das kulturelle Angebot auszudrücken und den Kulturbetrieb finanziell zu unterstützen, ohne den Grundsatz des freien Eintritts infrage zu stellen.
Erfahrungen aus anderen Kulturbereichen zeigen, dass freiwillige Spenden insbesondere bei gut besuchten Veranstaltungen ein nennenswertes zusätzliches Einnahmepotenzial bieten können.
Voraussetzung für die Umsetzung soll sein, dass der Aufwand für Organisation, Durchführung und Abrechnung der Spendensammlung in einem angemessenen Verhältnis zu den erwarteten Einnahmen steht. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die Maßnahme wirtschaftlich sinnvoll ist und keine unverhältnismäßigen Ressourcen bindet.
Der Antrag trägt somit dazu bei, zusätzliche finanzielle Spielräume für den Kulturbetrieb zu schaffen, ohne den niederschwelligen Zugang zu kulturellen Angeboten einzuschränken.
| Silke Bergs Kulturpolitische Sprecherin | Carsten Schaadt Fraktionssprecher |