Ratsantrag 2026_23
die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:
- Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den Trägern der Offenen Ganztagsschulen (OGS), den Grundschulen, der AG 78 sowie gegebenenfalls weiteren geeigneten Trägern der Kinder- und Jugendhilfe ein Konzept für ein gemeinsames, kommunal koordiniertes Ferienbetreuungsangebot für Grundschulkinder zu entwickeln.
- Ziel ist es, ein verlässliches, bedarfsgerechtes und möglicherweise schulübergreifendes Betreuungsangebot für die Schulferien zu schaffen, das die Umsetzung des ab dem Schuljahr 2026/27 stufenweise geltenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung für Grundschulkinder unterstützt.
- Das Konzept soll den Betreuungsbedarf sowie die personellen, räumlichen und finanziellen Ressourcen erfassen. Dabei sind insbesondere schulübergreifende und sozialraumorientierte Betreuungsmodelle sowie die organisatorischen Zuständigkeiten zwischen Stadt und Trägern zu prüfen und ggf. zusammenzuführen.
Begründung
Mit dem stufenweisen Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/27 gewinnt die verlässliche Betreuung während der Schulferien zunehmend an Bedeutung. Familien benötigen eine Betreuung, die nicht allein während der Unterrichtszeit, sondern auch während der Ferien eine verlässliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht.
Die Ferienbetreuung stellt Kommunen, Schulen und Träger dabei vor besondere organisatorische Herausforderungen. Während die Betreuung im Schulalltag häufig an einzelne Schulen und deren OGS-Träger gebunden ist, bestehen zukünftig möglicherweise während der Ferien teilweise abweichende Betreuungsstrukturen, unterschiedliche Öffnungszeiten und wechselnde Betreuungsstandorte.
Eine ausschließlich schulbezogene Organisation kann dazu führen, dass vorhandene personelle und räumliche Ressourcen nicht durchgängig genutzt werden und Träger allein dieses Angebot nicht leisten können.
Vor diesem Hintergrund soll geprüft werden, ob ein gemeinsames, kommunal koordiniertes Ferienbetreuungsangebot eine geeignete Möglichkeit darstellt, die bestehenden Strukturen sinnvoll miteinander zu verbinden.
Denkbar wäre beispielsweise ein Modell, bei dem die Stadt die übergeordnete Koordination und Bedarfsermittlung übernimmt, während die Durchführung der Ferienbetreuung in enger Zusammenarbeit mit den OGS-Trägern, den Schulen und weiteren geeigneten Partnern erfolgt. Durch schulübergreifende Betreuungsstandorte und ein abgestimmtes Anmeldeverfahren könnten vorhandene Ressourcen gemeinsam genutzt und Betreuungsangebote besser auf den tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden.
Dabei soll untersucht werden, wie eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen Kommune und Trägern ausgestaltet werden kann, um ein transparentes und verlässliches Gesamtangebot für Familien zu schaffen.
Ziel des Antrags ist es daher, die vorhandenen Ferienbetreuungsangebote nicht isoliert zu betrachten, sondern gemeinsam mit allen Beteiligten ein tragfähiges kommunales Gesamtkonzept zu entwickeln, das den Bedürfnissen der Familien Rechnung trägt und die Umsetzung des Rechtsanspruchs unterstützt.
| Carsten Schaadt Fraktionssprecher | Karin Schmitt-Promny Kinder- und Jugendpolitische Sprecherin |
| Julius Wiedau Bildungspolitischer Sprecher |