„Vier Partner gemeinsam an einen Tisch zu bringen, ist eine politische Herausforderung. Damit das gelingt, braucht es am Ende mehr als einen Minimalkonsens und wohlklingende Überschriften“, sagt Fraktionssprecher Carsten Schaadt. „Wer Verantwortung für Aachen übernimmt, muss auch bereit sein, klare Prioritäten zu setzen und diese konsequent durchzuhalten.“
Julia Brinner, Fraktionssprecherin, ergänzt: „Wir erkennen an, dass diese Koalition den Anspruch hat, Aachen in den kommenden Jahren zu gestalten. Umso ernüchternder ist, dass der Vertrag gerade im ökologischen Bereich zu wenig Substanz und zu wenig Verbindlichkeit bietet. Gerade bei den derzeitigen Sommertemperaturen wird deutlich, wie wichtig ein deutlich ambitionierterer Kurs beim Klima- und Hitzeschutz wäre. Für eine Stadt wie Aachen reicht das so nicht aus.“
Kritisch sieht die Grüne Ratsfraktion vor allem die geringe Aussagekraft des Vertrags in zentralen Zukunftsfragen. Gerade beim Klimaschutz und der ökologischen Stadtentwicklung sowie bei der Mobilität und sozialen Themen bleibt das Papier hinter dem zurück, was Aachen angesichts der aktuellen Herausforderungen wirklich benötigt. Auch beim Thema bezahlbarer Wohnraum vermisst die Fraktion mehr Verbindlichkeit, insbesondere für Familien und Geringverdienende, die in Aachen seit Jahren unter den angespannten Miet- und Wohnungsmärkten leiden.
„Daher ist es jetzt wichtig, wie die unterschiedlichen politischen Sichtweisen der vier Koalitionäre in Bezug auf die drängenden Herausforderungen für Aachen zusammengebracht werden und was genau umgesetzt werden kann“, so Schaadt und Brinner gemeinsam. „Wir werden die Arbeit der neuen Koalition konstruktiv begleiten, aber auch sehr genau darauf achten, ob den Worten Taten folgen.“