Ratsantrag 2026_13
die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:
Der Rat der Stadt Aachen beauftragt die Verwaltung, einen Masterplan „Energie und Klimaanpassung“ als strategisches vorbereitendes Konzept für die Fortschreibung des Flächennutzungsplans zu erarbeiten.
Der Masterplan soll
1. Energie und Wärmeversorgung
- die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung (KWP) sowie die Eignungsflächen für Erneuerbare Energien (u. a. PV-Freiflächen und Windenergie) aufgreifen und zu einem gesamtstädtischen Energie- und Wärmekonzept zusammenführen,
- räumliche Leitlinien und Flächenbedarfe für eine treibhausgasneutrale, bezahlbare und sozialverträgliche Energieversorgung der Stadt formulieren und dabei insbesondere die Transformation der Netzinfrastruktur (Sektorenkopplung) berücksichtigen.
2. Klimafolgenanpassung und blau-grüne Infrastruktur
- die bestehenden Grundlagen und Fachkonzepte der Stadt Aachen (z. B. Klimagutachten, Klimafunktions- und Kaltluftschneisenkartierung) aufgreifen, aktualisieren und weiterentwickeln,
- räumliche Leitlinien zu Hitzebelastung, Kaltluftschneisen, Hochwasser- und Starkregenrisiken, Retentionsflächen und weiteren klimarelevanten Faktoren formulieren,
- konkrete Zielvorgaben für den Erhalt und Ausbau von unversiegelten Flächen und Verschattungselementen im Stadtgebiet definieren,
- festlegen, wie diese Aspekte bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans, bei Bebauungsplänen und größeren städtebaulichen Projekten behördenverbindlich zu berücksichtigen sind.
Begründung
Mit der kommunalen Wärmeplanung und der Ausweisung von Windenergiebeschleunigungsgebieten liegen bereits zentrale strategische Grundlagen der Aachener Energiewende vor. Diese Entwürfe entfalten ihre volle Wirkung jedoch erst, wenn sie räumlich konkretisiert, planungsrechtlich abgesichert und in der Flächenplanung verankert werden.
Der vorliegende Antrag bekräftigt und konkretisiert die bereits im Integrierten Klimaschutzkonzept 2.0 (IKSK 2.0, Maßnahme M7) beschlossene Zielsetzung, einen Masterplan Energie zu erarbeiten – er ist also keine neue Initiative, sondern die Umsetzung und Priorisierung eines bestehenden Beschlusses. Damit werden privatwirtschaftliche Investitionen in erneuerbare Energien und Wärmenetze gezielt erleichtert, während zugleich planerische Steuerungsmöglichkeiten für eine sozialverträgliche und resiliente Energieversorgung genutzt werden.
Ebenfalls erforderlich ist es, Klimaschutz und Klimaanpassung künftig gemeinsam zu denken. Aspekte wie Hitzeschutz, Kaltluftströme, Überflutungs- und Starkregenrisiken müssen bei der räumlichen Entwicklung systematisch berücksichtigt werden. Der Masterplan „Energie und Klimaanpassung“ schafft damit eine einheitliche, integrierte Grundlage für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung.
| Julia Brinner Umweltpolitische Sprecherin & Fraktionssprecherin | Carsten Schaadt Fraktionssprecher |