Wir Grüne halten Aachen für einen besonders geeigneten Austragungsort für Olympische und Paralympische Spiele. Der Sportpark Soers bietet mit dem Tivoli und dem ALRV-Gelände ideale Bedingungen für Fußball und Reitsport. Mit dem Neubau der Albert-Vahle-Halle sowie dem Para- und Jugendstadion sind wir auch für paralympische Wettkämpfe bestens gerüstet. Die notwendige Verkehrsinfrastruktur wird bereits ausgebaut, und die RegioTram wird den Sportpark schon vor den Spielen erschließen. Daher sind wir überzeugt, dass die Spiele in Aachen – im Vergleich zu anderen Austragungsorten – deutlich nachhaltiger stattfinden können.
Besonderen Wert legen wir auf den Tierschutz im Reitsport. Der ALRV bringt mit seiner konsequenten Ausrichtung auf das Tierwohl umfassende Erfahrung mit und gewährleistet optimale Bedingungen. Wir erwarten, dass das IOC entsprechende Rahmenbedingungen für tierfreundlichen Reitsport schafft und alle Reiter*innen ihre Tiere würdig behandeln. Trotz vieler Bemühungen sind auch bei den olympischen Spielen 2024 in Paris Pferde zu Schaden gekommen oder wurden misshandelt. Wir hoffen, dass solche Reiter*innen langfristig von der Teilnahme an Olympischen Spielen ausgeschlossen werden. Die positive Erfahrung mit dem ALRV und dem CHIO zeigt, dass es auch für das Tierwohl keinen besseren Austragungsort für olympische und paralympische Reitsportdisziplinen gibt als Aachen.
Auch unabhängig vom Tierwohl sind Olympische Spiele nicht unumstritten – etwa wegen ökologischer Schäden, sozialer Verdrängung oder mangelnder Transparenz. Wir wollen verhindern, dass die Spiele in einem Land stattfinden, das aus Fehlern der Vergangenheit nicht lernt oder Menschenrechte missachtet. Ein weiterer Kritikpunkt sind die hohen Kosten: Gelder aus der öffentlichen Hand sollten nicht auf Kosten von Infrastruktur, Klimaschutz oder Bildung für die Spiele verwendet werden. In NRW – und besonders in Aachen – werden keine zusätzlichen Mittel für neue Sportstätten benötigt. Die aktuellen Pläne gehen davon aus, dass die Durchführungskosten durch Einnahmen gedeckt werden können, basierend auf bis zu 14 Millionen verkaufbaren Karten. Aus unserer Sicht entstehen daher keine unnötigen Kosten für die Kommunen.
Die Ausrichtung der Wettkämpfe wird Aachen für einige Wochen große internationale Aufmerksamkeit bringen, wovon Handel und Tourismus profitieren werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Spiele auch für die Bürger*innen ein Gewinn sind, etwa durch faire Ticketpreise, Veranstaltungen und die Stärkung lokaler Sportvereine.
Es ist von besonderer Bedeutung, dass wir nicht nur Olympische, sondern auch Paralympische Spiele austragen. Inklusion im und durch Sport wird in Aachen, auch aufgrund der Erfahrung und Kompetenz des Stadtsportbundes, mit großem Erfolg zielgerichtet umgesetzt, Aachen ist hier Deutschlandweit in der Vorreiterrolle. Diese wichtige Arbeit wird durch die Austragung der der Paralympischen Spiele in Aachen noch einmal in den Mittelpunkt gestellt und wird helfen, den Parasport weiter in der Gesellschaft zu etablieren.
Wir Grüne freuen uns daher sehr, wenn die Spiele nach Aachen kommen! Denn gerade in Zeiten zunehmender internationaler Konflikte bringt uns der Sport zusammen und ermöglicht Begegnung, Freude und Zusammenhalt.
Weitere Infos zur NRW-Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele findet ihr unter olympiabewerbung.nrw