Sekundarschulen für Aachen zügig einrichten

GRÜNE fordern in Ratsantrag, das Schulangebot zu erweitern. Anmeldezahlen zeigen deutlichen Bedarf. 160 Kinder wurden an Gesamtschulen abgelehnt.

Ulla Griepentrog: 160 Eltern bekamen in Aachen den Bescheid, dass ihr Kind keinen Gesamtschulplatz bekommt. Für sie und andere brauchen wir vernünftige Alternativen.

GRÜNE fordern in Ratsantrag, das Schulangebot um Sekundarschulen zu erweitern. Anmeldezahlen zeigen deutlichen Bedarf. 160 Kinder wurden an Gesamtschulen abgelehnt.

Wenn es nach Ulla Griepentrog geht, so soll schon zum Schuljahr 2017/2018 Bewegung in die Aachener Schullandschaft kommen. Die Fraktionsvorsitzende der Aachener GRÜNEN fordert die zügige Einrichtung von einer, besser zwei Sekundarschulen als Ergänzung zum städtischen Gesamtschulangebot. Ein entsprechender Ratsantrag der GRÜNEN Fraktion ging kürzlich dazu an den Rat:

„160 Eltern bekamen in diesen Wochen den Bescheid, dass ihr Kind nicht wie gewünscht an einer städtischen Gesamtschule unterkommen kann. Die Alternative für diese Familien: Anmeldung an einer Haupt- oder Realschule. Das ist für viele Eltern – und natürlich auch für die Kinder – eine herbe Enttäuschung. Die starke Nachfrage nach einem Gesamtschulplatz zeigt jedoch, dass für sehr viele der Wunsch nach einem längeren gemeinsamen Lernen nach Klasse 4, wie es diese Schulform bietet, absolut Bedarf besteht.“ Das bietet die so genannte Sekundarschule ebenfalls. Sie ist als Schulform seit 2011 auch im Schulgesetz NRW verankert.

Der Unterschied zur Gesamtschule ist, dass die Sekundarstufe kein Sek-II-Angebot zur Erreichung des Abiturs hat. „ Das brauchen wir auch nicht“, meint Griepentrog und verweist auf die Zahlen: „Bereits 64% unserer Kinder werden derzeit auf Gymnasium geschickt. Wir haben in Aachen ein Überangebot an Sekundarstufe II. Was wir für diejenigen Kinder brauchen, die jetzt keinen Platz bekommen haben, ist eine durchlässige Schulform, die den späteren Abschluss offen lässt und die die Heranwachsenden z.B. auch durch Kooperationen mit Berufsschulen und Betrieben auf eine praxisbezogene Ausbildung vorbereitet.“

Etwas Vergleichbares gibt es schon im Schulverband Aachen-Ost, wo die Hauptschule Aretzstraße, die Hugo-Junkers-Realschule und auch das Geschwister Scholl-Gymnasium eng kooperieren und für höchstmögliche Durchlässigkeit im System sorgen. Hier fehlt im Grunde nur der rechtliche Rahmen für eine Sekundarschule,  die Grundsteine für die Umsetzung sind längst gelegt. Auch die Hauptschule Drimborn sieht Griepentrog als einen möglichen Standort: „Wichtig ist: Wir wollen ausdrücklich keine neuen Schulen bauen! Das ist auch nicht notwendig, denn die bestehenden Räumlichkeiten, etwa der genannten Schulen, bieten ausreichend Möglichkeiten für die Einrichtung einer Sekundarschule – die übrigens immer als Ganztag konzipiert ist.“

Nach Ansicht der GRÜNEN ist die strikte Trennung der Kinder nach Klasse 4 rückwärtsgewandte nicht mehr zeitgemäße Schulpolitik. „Hier wird sehr früh stark aussortiert – immer zu Lasten der schwächeren Kinder. Eine gesunde Durchmischung von Klassen, auch die Möglichkeit zur Differenzierung in der jeweiligen Schulform – ist für die Entwicklung dieser Kinder sehr wichtig.“

Mit der Einführung eines integrativen Schulmodells wie dem der Sekundarschule würde Aachen sich nicht nur dem offensichtlichen Elternwillen, sondern auch den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stellen.

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