Einrichtung einer gemeinsamen Steuergruppe für zukunftsfähige und klimaangepasste Schulen

Laufenden Aktivitäten des Gebäudemanagements zum Hitzeschutz an den Schulen sollen durch die Einbindung der schulischen und pädagogischen Perspektive ergänzt und gemeinsam weiterzuentwickelt werden.

Ratsantrag 2026_22

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt, im Rat der Stadt Aachen folgenden Beschluss zu fassen:

Die Verwaltung wird beauftragt, eine gemeinsame Steuergruppe „Gesunde und klimaangepasste Schulen – gemeinsam planen und lernen“ einzurichten.

Ziel der Steuergruppe ist es, die bereits laufenden Aktivitäten des Gebäudemanagements zum Hitzeschutz an den Schulen durch die systematische Einbindung der schulischen und pädagogischen Perspektive zu ergänzen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

In die Steuergruppe sollen insbesondere das Gebäudemanagement, die Schulverwaltung sowie Vertreter*innen der Schulen eingebunden werden. Bei Bedarf sollen weitere zuständige Fachbereiche und Akteure hinzugezogen werden.

Die Steuergruppe soll insbesondere folgende Ziele verfolgen:

  • das vorhandene Know-how der Schulen und die Erfahrungen aus dem Schulalltag in die bestehenden Planungsprozesse einbeziehen um die Bedarfsanalyse zu beschleunigen und die Verwaltung zu entlasten,
  • bauliche, organisatorische und pädagogische Aspekte des Hitzeschutzes miteinander verbinden,
  • die pädagogische Nutzung klimaangepasster Schulgebäude und Schulhöfe mitdenken,
  • Ideen und Bedarfe der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen,
  • gemeinsam Ansätze für klimaangepasste Lern- und Aufenthaltsorte entwickeln,
  • niedrigschwellige, nichtbauliche Maßnahmen pragmatisch abstimmen, zeitnah umsetzen und
  • den Austausch zwischen Gebäudemanagement, Schulverwaltung und Schulen dauerhaft stärken.

Begründung

Das Gebäudemanagement beschäftigt sich bereits mit Maßnahmen zum Hitzeschutz an den Aachener Schulen. Diese bestehenden Aktivitäten sollen mit dem vorliegenden Antrag ausdrücklich aufgegriffen und durch eine gemeinsame Steuerung und die stärkere Einbindung der pädagogischen Perspektive ergänzt werden.

Schulen sind nicht nur Gebäude, sondern Lern- und Lebensorte. Deshalb sollten bei der Entwicklung von Hitzeschutzmaßnahmen neben technischen und baulichen Anforderungen auch die Erfahrungen der Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogischen Mitarbeitenden und Schüler*innen berücksichtigt werden.

Die Schulen kennen ihre Gebäude und Außenflächen aus dem täglichen Betrieb und können wichtige Hinweise geben: Welche Räume sind besonders belastet? Wo fehlen Schatten- und Rückzugsmöglichkeiten? Welche Außenflächen könnten besser genutzt werden? Welche Anforderungen ergeben sich aus Unterricht, Ganztag, OGS, Pausen und Betreuung?

Gleichzeitig bietet der Hitzeschutz die Möglichkeit, pädagogische Konzepte mit der baulichen Entwicklung zu verbinden. Klimaangepasste Schulhöfe, Begrünung, Draußen-Klassenzimmer oder naturnahe Lernorte können sowohl zur Verbesserung des Mikroklimas als auch zur Unterrichtsgestaltung beitragen. Temperaturmessungen, Begrünungsprojekte oder die Entwicklung eines klimaangepassten Schulhofs könnten beispielsweise gemeinsam mit Schüler*innen umgesetzt werden.

Auch kleinere und kurzfristig umsetzbare Maßnahmen können Gegenstand der gemeinsamen Arbeit sein. Entscheidend ist dabei, dass nicht allein über bauliche Maßnahmen gesprochen wird, sondern die pädagogische Nutzung und das Wissen der Schulen von Anfang an mitgedacht werden.

Die Steuergruppe soll deshalb kein zusätzliches paralleles Konzept neben den bereits laufenden Aktivitäten des Gebäudemanagements schaffen. Vielmehr soll sie eine gemeinsame Plattform für niedrigschwelligen Austausch, schnelle Abstimmung und mittelfristige Weiterentwicklung bilden.

Unter dem Leitgedanken „Gesunde und klimaangepasste Schulen – gemeinsam planen und lernen“ sollen Gebäudemanagement, Schulverwaltung und Schulen gemeinsam daran arbeiten, die Lern- und Lebensbedingungen an den Aachener Schulen auch bei zunehmender Hitzebelastung zukunftsfähig zu gestalten.

Julius Wiedau
Bildungspolitischer Sprecher
Julia Brinner
Umweltpolitische Sprecherin
   
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