Zitate aus dem Bericht in der Aachener Zeitung und Zitate aus dem Sitzungsprotokoll des Mobilitätsausschusses sind kursiv gesetzt.
Am Montag, den 13.07. hat die Aachener Zeitung auf ihrer Webseite einen Artikel mit dem Titel „Gegen den Willen der Grünen werden 20 Bäume auf der Lütticher Straße gerettet“ von Robert Esser veröffentlicht. Darin geht es um den im Mobilitätsausschuss vom 09.07.2026 beratenen Tagesordnungspunkt zum Umbau der Lütticher Straße.
Der Artikel beinhaltet einige Falschaussagen die wir im Folgenden richtigstellen:
Titel: „Gegen den Willen der Grünen werden 20 Bäume auf der Lütticher Straße gerettet“
Richtigstellung:
Die Grünen haben zu keinem Zeitpunkt in der Debatte die Fällung der 20 verbleibenden, gesunden (vitalen) Bäume gefordert. Im Gegenteil, Wilfried Fischer hat für die GRÜNE Fraktion in mehreren Wortbeiträgen deutlich gemacht, dass wir die Prüfvariante so angepasst sehen wollen, dass die großkronigen gesunden Bäume erhalten bleiben („Ein Radweg ist keine Autobahn, dort wo die erhaltenswerten Bäume stehen, soll der Radweg drumherum geführt werden.“).
Fazit: Diese Überschrift ist frei erfunden und diffamierend gegenüber den Grünen
Behauptung:
„Wilfried Fischer (Grüne) regte an, dass eine alternative Planungsvariante von der Fachverwaltung skizziert werden sollte.“
Richtigstellung:
Die Verwaltung wurde am 21.4.2021 vom Mobilitätsausschuss beauftragt, die Prüfvariante als Lageplan zu erstellen. Dabei sollten die Regelwerke für die Bewegungsräume aller Verkehrsarten (Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV, KfZ-Verkehr) und eine optimale Baumbilanz im Sinne einer zukunftsfähigen Gestaltung beachtet werden. Diese Variante bietet die beste Verkehrssicherheit, viel Platz für alle die ohne Auto unterwegs sind, und die meisten Bäume, das zeigen Querschnitte und Vergleichstabellen. Wilfried Fischer hat DESWEGEN für die Grüne Fraktion kritisiert, dass die Verwaltung diesen Auftrag von 2021 nicht erfüllt hat.
Behauptung:
„Dabei müssten nach Einschätzung der Fachverwaltung alle Bäume, auch vitale (gesunde) Bestandsbäume, gefällt werden.“
Richtigstellung:
Die Fachverwaltung hat zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass für die Prüfvariante sämtliche Bäume gefällt werden müsste. Aus der Vorlage: „Die zusätzliche Prüfvariante würde aufgrund der notwendigen Querschnittsaufteilung voraussichtlich den Entfall aller Bäume bedeuten. Im Detail wird sich dies bei der Konkretisierung der Planung bzw. der Erstellung des Lageplan ergeben.“
Die Grünen haben im Wortbeitrag ausdrücklich um eine Variante mit Erhalt der vitalen großkronigen Bäume gebeten. Im weiteren Verlauf wurde die Fachverwaltung zur Gesundheit der Bäume befragt, dabei hat sie widersprüchliche Aussagen getätigt und mehrfach betont, dass sie die Bürgerbeteiligungs-Variante 5 favorisiert. Die straßenplanerische Frage, wie die geforderte Radverkehrsführung um die 20 gesunden Bäume herum möglich wäre, kann ohne die geforderte Planzeichnung nicht beantwortet werden.
Behauptung:
„Und der Fachbereich Klima und Umwelt – im Ausschuss mit Klaus Meiners und Stefan Haak vertreten – warnt eindringlich vor den Folgen der grünen Idee. Man laufe Gefahr, hier ein „ganzes Habitat zu verlieren“, wenn man alle Bestandsbäume wegnehme – egal wie viele junge kleine Bäumchen man danach pflanze, hieß es. Bäume dienen unzähligen spezialisierten Tieren, Pflanzen und Pilzen als Lebensraum.“
Richtigstellung:
Dieses von der Fachverwaltung während der Sitzung vorgebrachte Argument basiert auf dem Missverständnis, die Grünen würden für die Prüfvariante alle Bäume fällen wollen. Der Wille zum Erhalt der 20 vitalen großkronigen Bäume wurde durch die Grünen und auch die Linke in mehreren Wortbeiträgen dargelegt („Von Herr Nositschka kommt der Hinweis, dass beide Varianten der Verwaltung, genau wie die zusätzliche Prüfvariante die gleiche Anzahl von Bäumen erhalten wollten, da gebe es diesbezüglich keinen Unterschied.“)
Beachtenswert ist die von FB36 vorgetragene Feststellung: „Eine Vielzahl der Bäume weist eine beeinträchtige Vitalität (Gesundheit) auf und sollte durch zukunftsorientierte, einheitliche und langlebige Neuanpflanzungen ersetzt werden.“ Außerdem erklärt die Verwaltung „Mit den ganzen geplanten Maßnahmen (bezieht sich dabei auf sämtliche vorgeschlagenen Maßnahmen) würden ein Großteil der Bäume Schaden nehmen, das sei nicht zu vermeiden, so Herr Meiners. Aus seiner Sicht sei es nur sinnvoll, für die 20 Altbäume Maßnahmen zu ergreifen.“
Die vorgeschlagene Prüfvariante mit Erhalt der 20 noch gesunden Bäume hat also exakt die gleichen Folgen für das Ökosystem wie die beiden übrigen, vorgeschlagenen Varianten.
Behauptung:
„Die Klima- und Umweltprofis des Fachbereichs befürworten im Unterschied zum Vorstoß der Grünen, dass rund 20 große Bäume direkt vor den Hausfassaden erhalten bleiben.“
Richtigstellung:
Die Prüfvariante der Grünen beinhaltet den Erhalt der besagten 20 großen Bäume. (Fischer: „Wenn man sich für diese Prüfvariante entscheide, müsse man schauen, dass man die Radverkehrsanlage um die vitalen (gesunde) Bäume herumplane. Eine Verschwenkung bei Radwegen sei kein Problem.“). Es gab hier also keinen Unterschied zum Wunsch der Fachverwaltung.
Behauptung:
„Nur die Grünen mit der Ausschussvorsitzenden Monika Wenzel sowie der Linke Andreas Nositschka stimmten für die Ausarbeitung der – übrigens auch vom ADFC befürworteten – Alternativvariante mit noch komfortableren Radwegen und einer Totalrodung des Baumbestands.“
Richtigstellung:
Die Prüfvariante sollte ausdrücklich nicht die Totalrodung des Baumbestands umfassen, siehe oben.
Behauptung:
„Nach dem Votum der Ausschussmehrheit werden die Varianten 5 und 2 ([…]) von der Verwaltung in Lageplänen präzise ausgearbeitet. […]. Rund 20 vitale Bestandsbäume werden gerettet.“
Richtigstellung:
Hier vergisst Herr Esser zu erwähnen, dass die Grünen – nachdem unser Vorschlag mit der Prüfvariante vom Ausschuss abgelehnt wurde – diesen Beschluss genauso mitgetragen haben wie die anderen Fraktionen. Die 20 vitalen Bäume sollten ohnehin zu keinem Zeitpunkt gefällt werden, aber selbst der finale Beschluss ist nicht gegen die Grünen, sondern mit Stimmen der Grünen getroffen worden.